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Ganesh Chaturthi-Mythen (Teil 1): Von der Geburt Ganeshas

Om Shri Ganeshaya namah.
Ekandantham mahakayam thaptha kanchanna sannibham
Lambhodharam visalaksham Vandeham ganayakam.


Ich grüße den Gott,

der Führer der Ganas (1) ist
Ihn, der nur einen Stoßzahn hat
Ihn, der einen sehr goßen Körper hat
Ihn, der wie geschmolzenes Gold erscheint,
Ihn, der eine sehr großen Bauch
und weite Augen hat.

Wie um jeden Festtag, so ranken sich auch um Ganesh Chaturthi eine Vielzahl von Mythen, die sich je nach hinduistischer Strömung, Region, Interpretation und auch nach Erzähler unterscheiden.

Ich habe den Versuch unternommen, die unterschiedlichen Mythen und ihre Variationen zusammen zu tragen, die ich im WWW finden konnte. Es gibt leider wenige gute deutsche Seiten, so dass ich mich auf Englisch-sprachige Quellen konzentriert habe.
Bei den Übersetzungen habe ich mich darum bemüht, möglichst nah am entsprechenden Ursprungstext zu bleiben, doch ich habe mir der besseren Lesbarkeit halber auch erlaubt, hier und da etwas freier zu übersetzen und etwas zu verändern.

 

Shri Ganeshas Geburt und wie Er zu Seinem Elephantenkopf kam
Jede der überlieferten Puranas (2) enthält eine andere Beschreibung der Geburt Ganeshas.
Manche berichten davon, dass Ganesha durch Shiva erschaffen wurde und wieder andere erzählen davon, dass Shiva und Parvati Ganesha gemeinsam erschufen.
Die Mehrzahl von ihnen berichtet jedoch davon, dass Parvati diejenige war, die Ihn formte und ihm Leben einhauchte.
Die früheste Erzählung über Ganeshas Geburt ist in den späten Puranas zu finden, die um das 6.Jhd. n. Chr. datieren. Berichte, die in den eigentlich früheren Schriften zu finden sind, wurden nachträglich eingefügt und datieren in den Zeitraum des 7. bis 10. Jhd. n. Chr..

 

Ganesha Geburt Künstler/Artist: unbekannt/unknown
Ganesha Geburt
Künstler/Artist: unbekannt/unknown;  Quelle: unnatisilks.com

 

Aus der Shiva Purana
1:
Die Tür zu Parvatis Wohnung wurde von Shivas Begleitern Nandi und Bhringi bewacht, doch Parvatis Begleiterinnen Jaya und Vijaya mochten das nicht. Sie hielten es für angemessen, dass Parvati einen eigenen Wächter hatte, der nur Ihr allein diente und Ihr mehr verpflichtete war als Shiva, denn schließlich waren es Parvatis Gemächer, und nicht die Ihres Gatten.
Außerdem hatte Shiva die Angewohnheit in den unpassendsten Momenten einzutreten, und wurde davon nie von Nandi und Bhringi abgehalten.
Jaya und Vijaya baten Parvati darum, etwas dagegen zu unternehmen.
So nahm diese etwas Lehm von einem Teich und formte daraus Ihren hübschen Sohn, dem Sie Leben einhauchte. Sie kleidete ihn in kostbare Gewänder, schmückte Ihn mit Juwelen und gab ihm den Namen Ganesha. Sie beauftragte Ihren Sohn damit vor dem Tor Wache zu halte und niemanden einzulassen.
Ganesha nahm einen Stab zur Hand und trat seinen Dienst als Wachposten an, während Seine Mutter ein Bad nahm.

Schließlich kam Shiva mit Seinen Begleitern zurück. Er wurde von Ganesha gestoppt, der Ihn fragte wohin Er wolle, und Ihm mitteilte, dass es niemandem erlaubt sei  einzutreten, weil Seine Mutter grade ein Bad nahm.
Als Shiva seinen Namen nannte, wurde Er weder von Ganesha erkannt noch eingelassen. Darauf versuchte Shiva, den Jungen zu ignorieren und sich Zutritt zu verschaffen, doch Ganesha begann Ihn mit Seinem Stab zu schlagen.
Nun wurden Shivas Gefährten Nandi und Bhringi damit beauftragt, diesem Emporkömmling eine Lektion zu erteilten und zu beseitigen. Doch Sie wurden beide von Ganesha auseinander genommen. Nandi versuchte das eine Bein von Ganesha zu fassen, Bhringi das andere, doch Ganesha riß eine hölzerne Tür aus und verprügelte die beiden so sehr, dass sie die Flucht ergriffen.

Während dessen waren alle Götter, Göttinnen und Weisen hinzugekommen um zu sehen, was dieser Tumult zu bedeuten hatte. Shiva bat Brahma, den Schöpfer, mit dem Jungen zu reden und ihn zu beschwichtigen, doch als dieser ging und versuchte, mit dem Jungen vernünftig zu reden, sondern hielt dieser Ihn für einen Diener Shivas, weil Er Ihn nicht kannte, griff nach dem Gott und zerrte so heftig an dessen Bart, dass dieser in Schmerzen davon floh.
Das Ganze begann sich zu einer Sache zu entwickeln, in der Parvati Ihren Stolz in Gefahr sah. Die Götter begannen, Ganesha mit allen möglichen Waffen anzugreifen,  so stattete Sie Ihren Sohn ebenfalls mit einer Vielzahl von Waffen aus. Doch Ganesha konnte sich gegen Sie alle durchsetzen und sie zurückschlagen.
Schließlich meinte Vishnu zu Shiva, dass der Junge nur durch eine List zu töten sei, anders sei er wohl nicht zu besiegen.
Ganesha schleuderte Vishnu seinen Streitkolben entgegen und verletzte Ihn erheblich, mit einem anderen schlug er Shivas Bogen nieder.
Zwischen Vishnu und Ganesha entbrannte ein harter Kampf, in dem Ganesha mit Seinem Streitkolben und Vishnu mit seinem Wurfdiskus kämpften. Während dieses Duell wütete,  schlich sich Shiva von hinten an Ganesha heran, und enthauptete Ihn schließlich mit Seinem Dreizack.
Dies war der Hinterhalt, der von Vishnu geplant worden war.

Als Parvati vom Tod Ihres geliebten Sohnes erfuhr, wurde wurde Sie sehr zornig und Sie machte sich auf, das Universum zu zerstören. Alle wurden in großen Schrecken versetzt, und Narada, der himmlische Weise, wurde als Bote zu Ihr gesand, um Sie zu besänftigen.
Doch die Gattin Shivas war nur unter zwei Bedingungen bereit dazu nachzugeben:
Die Erste war, dass Ganesha wieder zum Leben erweckt wurde, die zweite, dass Er als Gott von allen anderen akzeptiert und alle göttlichen Rechte genießen sollte. Diese Bedingungen wurden sogleich akzeptiert. Ganeshas kopfloser Körper wurde gereinigt und gebadet, doch Sein Kopf wurde nicht gefunden.
Er war im Eifer des Gefechtes verloren gegangen.
Da schickte Shiva Seine Diener mit dem Auftrag aus, mit dem dem Kopf des ersten Lebewesens zurück zu kehren, das sie sahen. Dies war ein Elephant mit nur einem Stoßzahn.
Der Elephantenkopf wurde auf dem Körper angebracht und die Dreiheit Brahma, Shiva und Vishnu vereinigte Ihre Kräfte, um dem Körper wieder Leben zu geben.
Shiva nahm darauf Ganesha als Seinen Sohn an, und er machte Ihn zum Herrn über Seine Diener, den Ganas. Aus diesem Grunde wird der elephantenköpfige Gött „Ganapati“ genannt. Außerdem verkündete Shiva, dass jede Verehrung, jedes Ritual und Opfer für und an alle Göttinnen und Götter nutzlos und unvollkommen seien, wenn nicht vorher Ganesha verehrt wurde.
Variante:
Eine Legende erzählt, das Parvati Ganesha aus einer Sandelholz-Paste formte, die Sie bei Ihrem Bad zur Reinigung verwendete, und Ihm dann Leben einhauchte.
Er sollte vor der Tür des Bades Wache halten, während Sie Ihr Bad nahm.
Während dessen kehrte Shiva nach Hause zurück, doch Ganesha, der Shiva nicht kannte, ließ Ihn nicht eintreten.

Erschaffung Ganeshas durch Parvati Künstler/Artist: unbekannt/ unknown; Quelle: shreeganesh.com
Erschaffung Ganeshas durch Parvati
Künstler/Artist: unbekannt/ unknown; Quelle: shreeganesh.com

Shiva würde wütend und befahl seinen Ganas, dem Kind eine Lektion zu erteilen.
Ganesha war als Kind Parvatis, der Personifikation Shaktis (3), sehr mächtig.
Er besiegte die Ganas und verkündete, dass es niemandem erlaubt sei, einzutreten während Seine Mutter badete.

Narada, der himmlische Weise und die Saptarishi (4) fühlten große Aufruhr erwachen und versuchten den Jungen zur Vernunft zu bringen. Doch ohne Erfolg.
Wütend griff Indra, der König der Götter, den Jungen mit seiner gesamten himmlischen Armee an, doch sie hatten gegen Ihn keine Chance. Inzwischen hatte sich das Ganze zu einem Streit zwischen Shiva und Parvati entwickelt.
Als die Götter besiegt waren, bereitete die große Dreiheit, Brahma, Shiva und Vishnu, einen Angriff auf Ganesha vor.
Während dieses Angriffs enthauptete Shiva den Jungen mit Seinem Dreizack, und zog damit Parvatis Zorn auf sich.

Als Sie Ihren Sohn tot da liegen sah, offenbarte Sie voller Zorn Ihr wahres Selbst als Adi-Shakti, die aller höchste Kraft, die das ganze Universum erfüllt und alle Materie erhält.
Ihre schreckliche Form annehmend schwor Sie, das Universum zu zerstören, in dem Ihr Sohn ermordet worden war, und ein besseres zu erschaffen.
Die Götter warfen sich vor Ihr nieder und Shiva versprach Ihr, Ihren Sohn wieder zu beleben.
Die Dreiheit jagte durch die Welt um einen Kopf zu finden und fanden schließlich eine Elephantenmutter, die um Ihr totes Baby trauerte.
Sie trösteten die Mutter und befestigten den Kopf des Elephantenbabies auf dem kopflosen Körper.
Shiva verkündete danach, dass der Junge von diesem Tag an Ganesha (5) genannt werden sollte.

 

2:
Shiva hatte viele Diener, darunter Nandi und Bhringi. Diese hatten den Auftrag, die Tür zu bewachen.
Eines Tages verließ Shiva das Haus und Parvati beschloss, ein Bad zu nehmen.
So befahl Sie Nandi, vor dem Haus Wache zu halten und niemanden hinein zu lassen.
Doch als Shiva zurück kehrte, stoppte Nandi Ihn nicht, sondern ließ ihn ungehindert passieren.
Parvati wurde darüber sehr wütend, und am nächsten Tag nahm Sie Staub von Ihrem Körper und formte daraus den Körper einen Jungen. Er war wunderschön und Parvati herzte und küsste Ihn, und gab Ihm den Namen Ganesha.
Als Sie Ihn ansah, war Sie sehr zufrieden, reichte ihm einen großen Stab und befahl Ihm, niemanden herein zu lassen während Sie ein Bad nahm.-Nicht einmal Shiva.
Der Junge setzte sich dann vor die Tür.

In der Zwischenzeit kam Shiva nach Hause und sah den fremden Jungen vor der Tür sitzen.
Beide kannten einander nicht, und als Shiva ins Haus gehen wollte, versperrte Ihm der Junge den Weg.
Shiva fragte Ihn, wer Er sei, dass Er es wage, Ihm den Weg zu versperren. Der Junge entgegnete jedoch, dass Er nicht eintreten dürfe, weil Seine Mutter grade ein Bad nehme.
Es entbrannte zwischen den beiden ein Streit, denn Shiva wusste nichts von einem Sohn.
Um einem Kampf zuvor zu kommen, schickte Shiva einen Seiner Diener zu Ganesha, um Ihm zu erklären, dass Er Parvatis Gatte sei und Er nur Sein Haus betreten wollte, doch Ganesha hörte auf niemanden.
Im Gegenteil. Er schlug Shivas Diener in die Flucht.
Shiva entsandte alle Devas (6) gegen den Jungen, doch auch diese wurden von Ihm besiegt.
Schließlich zog Shiva selbst in den Kampf  und enthauptete den Jungen mit Seinem Trishul (7).

Als Parvati vom Tod Ihres Sohnes erfuhr, wurde Sie sehr traurig und wütend.
Sie hatte gehört, dass Ihr kleiner Sohn ganz alleine gegen alle anderen Devas gekämpft hatte, und nun bejubelten Sie Seinen Tod.

Voller Zorn erschuf Sie aus Sich selbst heraus tausende Devis (8) und sandte diese aus, um die Devas zu töten. Sie gehorchten, und töteten viele von Ihnen.
Brahma, Vishnu, Narada und alle anderen Devas kamen vor Parvati und flehten Sie an, Sich wieder zu beruhigen und die getöteten Devas wieder zum Leben zu erwecken, doch die Göttin entgegnete, dass Sie nur dann dazu bereit sei, Ihnen wieder das Leben zu schenken, wenn Ihr Sohn wieder ins Leben zurück kehrte.

Daraufhin sandte Vishnu einige Devas mit dem Befehl aus, jemanden zu finden, der mit dem Kopf Richtung Norden (9) schlief, ihm den Kopf abzuschneiden und diesen dann mitzubringen.
Die Devas führten den Auftrag sogleich aus und kehrten schließlich mit dem Kopf eines Elephanten zurück, den Vishnu auf dem Körper des Jungen befestigte und Ihn dann wieder ins Leben zurück rief.
Nachdem Parvati die getöteten Devas wieder ins Leben zurück gerufen hatte, brachten alle Devas den Vorschlag vor Shiva, dass er den Jungen zu Ihrem Anführer machen möge. Shiva war von diesem Vorschlag sehr angetan, und so segnete er Ganesha und verkündete, dass Er der Beseitiger aller Hindernisse sein, von allen anderen zu erst verehrt werden, und von nun an der Anführer aller Devas sein sollte.
Außerdem sprach Er: „Gesegnet sollen die sein, die Dich am 4. Tag nach Neumond des Monats Bhadrapada verehren!“

Künstler/Artist: Pieter Weltevrede; Quelle: sanatasociety.com
Künstler/Artist: Pieter Weltevrede; Quelle: sanatansociety.com

Variante:
Nandi sollte einst vor Parvatis Haus Wache halten.
Da Er gleichzeitig und in erster Linie Shivas Diener war, konnte Er sich gegen Shivas Anordnungen nicht widersetzen.
Aus diesem Grund erschuf Parvati aus Kurkuma-Paste, die Sie zur Reinigung Ihrer Haut verwendete, einen Jungen, der Wache halten sollte.
Sie hauchte Ihm Leben ein und nannte Ihn Ganesha.
Sie stattete Ihn mit einem Stab aus und gebot Ihm, sich draußen vor die Tür zur setzen und jedem den Eintritt zu verwehren, so lange Sie im Bad war.

Während Sie badete, kam Shiva nach Hause und begehrte Einlass. Doch Ganesha, ganz der gehorsame Sohn, verwehrte Ihm den Eintritt.
Es entbrannte ein Streit zwischen Ihnen und Shiva sandte Seine Ganas, um gegen den Jungen zu kämpfen.
Doch Ganesha besiegte Sie alle.
Shiva bat Brahma zu kommen und in der Gestalt einen friedfertigen Brahmanen Ganesha zum Zuhören zu bewegen und den Streit zu beenden.
Doch Ganesha hörte nicht auf Ihn.
Schließlich bat Shiva Karttikeya und Indra einzugreifen und Ihre Armeen zu mobilsieren, doch Ganesha hielt allem Stand und schlug Sie Dank des Eingreifens von Kali und Durga in die Flucht, die von Parvati gesand worden waren, und die furchtbar wütend wegen des Angriffes auf Ihren Sohn war.
Schließlich entschloss sich Shiva dazu, selbst in den Kampf zu ziehen.
Während Ganesha grade dabei war gegen Vishnu zu kämpfen, schlich Er sich aus dem Hinterhalt an und köpfte den Jungen.

Parvatis Rache war schrecklich:
Sie erschuf unzählige Göttinnen und befahl Ihnen, alle Ganas und Devas zu verschlingen, die für den Tod Ihres Sohnes verantwortlich waren.
Zu tiefst erschreckt flehten Brahma und Vshnu um Gnade, im Gegenzug verlangte die Göttin, dass Ihr Sohn wieder zum Leben erweckt wurde.
Und Sie verlangte noch etwas anderes: Ab diesem Zeitpunkt sollte Ganesha vor allen anderen Göttern verehrt werden.

Shiva sandte Seine Ganas aus, um den Kopf des ersten Lebewesens zurück zu bringen, das Sie mit dem Kopf Richtung Norden liegend finden würden.
Das erste so schlafende Lebewesen war ein Elephant und so brachten Sie dessen Kopf zurück zum Berg Kailash.
Shiva befestigte den Kopf auf dem Torso des Jungen und belebe Ihn wieder.
Parvati war außer sich vor Freude und umarmte Ihren nun elephantenköpfigen Sohn, der von Shiva  Ganesha genannt wurde.

 

Aus der Brahma Vaivarta Purana
1:
Parvati, die sich sehnlichst einen Sohn wünschte, unterzog sich auf Shivas Rat hin einem Vratha (10) von einem Jahr, um Vishnu dazu zu bewegen, Ihren Wunsch zu erfüllen. Nachdem dieser Zeitraum vergangen und das Vratha erfüllt war, verhieß Vishnu Ihr, dass Er selbst in jedem Zeitalter als Ihr Sohn inkarnieren würde.
So gebar Sie Krishna, ein wundervolles, bezauberndes Kind, dessen Geburt groß gefeiert werden sollte und zu dem alle Götter und Göttinnen eingeladen wurden, um das Kind zu sehen.
Shani (11), der Sohn Suryas (12), zögerte jedoch damit, sich den Säugling anzusehen, denn Er war mit dem Blick der Zerstörung verflucht worden.
Doch Mutter Parvati bestand darauf, dass Er sich das Kind ansehen möge, worauf hin Er Seinen Blick auf das Kind warf.
Im selben Augenblick fiel der Kopf des Kindes ab und flog  nach Goloka, dem Reich Krishnas.
Als Vishnu Shiva und Seine Schwester Parvati voller Trauer sah, bestieg Er Sein Reittier Garuda (13) und machte sich auf zum Fluss Pushpa-Badhra.
Von dort brachte Er den Kopf eines Elephantenkalbes mit, vereinte ihn mit dem kopflosen Körper des Kindes und belebte Ihn wieder.
Das Kind wurde Ganesha genannt und alle Götter segneten Ihn damit, dass Sie keinerlei Vehrehrung und Anbetung entgegen nehmen würden, wenn nicht zuvor Er verehrt worden war.

Shanis Fluch Künstler/Artist: unbekannt/unknown; Quelle: backtogodhead.in
Shanis Fluch
Künstler/Artist: unbekannt/unknown; Quelle: backtogodhead.in

2:
Als Ganesha geboren wurde, war Shiva äußerst glücklich. Er und Parvati wollten dieses Ereignis feiern, und so luden Sie alle Devas ein, um die Geburt zu feiern.
Nachdem die Riten zur Geburt und der Namensgebung vollzogen waren, kamen alle Götter um Ihn zu sehen, Ihm Ihren Segen zu geben und Ihm Geschenke darzubringen.
Parvati hatte Ganesha auf Ihren Schoß sitzen, und Shiva saß nah an Ihrer Seite.
Brahma, Indra, Vishnu, Agni, Varuna… die Götter kamen einer nach dem anderen um Ihn zu segnen und Ihm Geschenke zu bringen.
Sie nahmen Ihn auf Ihren Schoß, betrachteten Ihn, segneten und beschenkten Ihn, und gingen dann wieder.
Zum Schluss kam Shani Deva. Er gab dem Kind Seinen Segen und ein Geschenk, wie die anderen, doch Er vermied es, das Kind anzusehen. Sein Gesicht hatte Er weggedreht.

Shiva sprach Shani darauf an, und bat Ihn, doch das Kind anzusehen, wenn Er es segnete, doch dieser wehrte ab und versuchte Shiva daran zu erinnern, dass Sein Blick nicht gut, sondern schädlich sei, und Er wolle an diesem Tag keine Katastrophe für das Kind heraufbeschwören.
Shiva konnte Shanis Worten nicht zustimmen, sondern bedrängte Ihn weiter, dass Er sich Ganesha ansehen möge.
Schließlich gab Shani nach, doch nicht, ohne Shiva daran zu erinnern, dass Er dies nur auf Sein Verlangen hin tue und Shiva die volle Verantwortung trüge, falls ein Unglück geschehen sollte.
So wandt Er Seinen Blick und sah den Knaben an.
Kaum hatte Er das Kind mit halben Auge angesehen, da trennte sich auch schon der Kopf vom Rumpf.
Entsetzt davon rief Shiva, was Er Seinem Sohn angetan habe. Er sollte Ihn doch bloß angucken.
Der Gott des Saturns konnte sich jedoch nur mit zusammengelegten Händen vor Shiva verbeugen und erwidern, dass Er Ihn gewarnt habe, Er Seine Warnung jedoch nicht ernstgenommen hätte und nun nichts tun könne.
Dann ging Er Seiner Wege.

Parvati begann über den Tod Ihres Sohnes zu weinen, und auch Shiva war sehr traurig.
Nachdem Er einen Augenblick nachgedacht hatte, rief Er Seine Ganas zu sich und beauftragte Sie damit, ein Neugeborenes zu finden, dessen Mutter mit dem Rücken zu Ihm liegen würde, und diesem den Kopf anzutrennen und mitzubringen.

Die Ganas liefen hierhin und dorthin, doch Sie fanden kein Neugeborenes, dessen Mutter sich von ihm abgewand hatte und mit dem Rücken zu ihm schlief.
Jedes Kind, das Sie fanden, ruhte in der Umarmung seiner Mutter an ihrer Brust.

Doch dann fanden Sie eine Elephantin, die mit dem Rücken zu Ihrem Jungen schlief.
Sofort trennten Sie den Kopf ab und kehrten mit Ihm zurück.
Shiva setzte unverzüglich den Kopf auf den Rumpf und erweckte den Jungen wieder zum Leben.

 

Aus der Padma Purana
Die Padma Purana berichtet davon, dass Parvati eines Tages Ihren Körper vor Ihrem Bad mit einer Paste einrieb.
Als sie diese wieder beseitigt hatte, schuf Sie aus den Resten der Paste einen Körper.
Der Kopf erhielt die Form eines Elephanten.
Während Ihres Spieles im Wasser warf Sie die Figur in das Wasser des Ganges.
Mutter Ganga, die eine Freundin Parvatis war, ließ Ihn wachsen, und zu Parvatis großer Freude wurde Er lebendig.
Parvati nahm Ihn als Ihren Sohn an, aber auch Ganga nannte Ihn Ihren Sohn.

 

Aus der Linga Purana
In ihr wird erzählt, dass Ganesha von Shiva erschaffen wurde, um über die Asuras und andere Feinde der Götter zu siegen.
Die Götter hatten sich an Shiva gewandt, weil Sie von den Bösen gequält wurden, und Seine Unterstützung erbitten wollten.

Shiva stimmte zu, und das Bild eines wunderschönen Kindes entstand aus Seinem Geist.
Es hatte den Kopf eines mächtigen Elefanten und schwang einen Dreizack in einer Hand.
Die Götter waren erfreut darüber den Knaben zu sehen, der aus Shivas Kopf entsprungen war, und der Sie seit dieser Zeit vor allem beschützte.

Als Parvati den wunderschönen Knaben sah, nahm Sie Ihn auf Ihren Schoß verkündete, dass kein menschliches oder göttliches  Unternehmen je erfolgreich sein würde, sollte Ganesha nicht vorher verehrt worden sein.
Dann verkündete Shiva, dass Er der Herr der himmlischen Heere, der Ganas, sein sollte, und gab Ihm den Namen “Ganapati” (14).

 

Aus der Varaha Purana
Ganesha erschien einst als wundervoller, hübscher junger Mann von der schimmernden Stirn Shivas, der in tiefer Meditation versunken war.
Dieser Sohn, der aus Shivas Geist geboren war, war ein überwältigend schöner, menschlicher Junge.
Parvati war enttäuscht  darüber, dass der Junge ohne Ihr Zutun erschaffen wurde.
So wünschte Sie, dass Sein Kopf der eines Elephanten werden sollte.
Als Sie den elephantenköpfigen Jungen sah, verliebte Sie sich augenblicklich in Ihn und verkündete, dass jegliches göttliches und menschliche Unterfangen fehlschlagen würde, wenn nicht Ganesha vorher verehrt worden wäre.

 

Aus der Suprabhedagama
Die Suprabhedagama beschreibt die Geburt Ganeshas etwas anders.
Hier besuchten Parvati und Shiva einen tiefen Wald in der Nähe des Himalaya.
Dort sahen Sie ein Elephanten-Paar, das sich paarte.
Aus Spaß beschlossen Sie, es ihnen gleich zu tun und nahmen die Gestalten von Elephanten an.
Aus dieser Vereinigung wurde dann später der elephantenköpfige Ganesha geboren.

 

Verschiedene Varianten
1.

Eine andere Überlieferung erzählt, dass Parvati einmal Ihr benutzes Badewasser in den Ganges schüttete und dieses von der elephantenköpfigen Göttin Malini getrunken wurde, worauf diese schwanger wurde.
Daraufhin gebar Sie ein Kind mit vier Armen und fünf Elefantenköpfen.
Mutter Ganga, die Flussgöttin, beanspruchte das Kind für sich, doch Shiva verkündete, dass das Kind Parvatis Sohn sei.
Er vereinigte die fünf Köpfe zu einem und nannte Ihn “Vighnesha” (15).

 

2.
Shiva erschlug einst einen Sohn des Weisen Kashyapa, Aditya mit Namen.
Er brachte ihn zwar zum Leben zurück, doch das konnte den rasenden Zorn des Weisen, der einer der sieben großen Weisen war, nicht beruhigen. In seiner Wut verfluchte Kashyapa Shiva, dass Sein Sohn den Kopf verlieren würfe. Als sich dieser Fluch erfüllte, wurde der Kopf von Indras Elephanten dazu benutz, um den verlorenen Kopf zu ersetzen.

 

3.
Einst wurde Shiva von den anderen Göttern, Göttinnen und Weisen aufgesucht, nachdem Sie über die Tatsache sinniert hatten, dass es keine Hindernisse für die Ausführung von guten oder schlechten Taten gab. Sie baten Shiva darum ein Wesen zu erschaffen, dass sich den schlechten Taten und den Sünden entgegen stellte.
Shiva dachte eine Weile darüber nach, wie Er in dieser Angelegenheit helfen könnte, und wandte sich dann an Parvati. Als Er Sie ansah, entsprang Seinem hell strahlenden Antlitz ein strahlender Jüngling voller Schönheit und ausgestattet mit allen Qualitäten Shivas. Alle anwesenden Himmlischen waren von Seiner Schönheit begeistert und gefangen, doch Parvati was verärgert und eifersüchtig auf den Sohn Ihres Gatten.
So verfluchte Sie Ihn, dass Er hässlich sein sollte. Er sollte einen Kugelbauch und einen Elephantenkopf haben. Doch Shiva begegnete den Fluch damit, dass dieses Wesen, das Er erschaffen hatte, Ganesha, Sohn von Shiva und der Anführer von Shivas Heerscharen genannt werden sollte, dass Erfolg und Misserfolg von Ihm kommen und dass Er unter den Göttern und in allen spirituellen und weltlichen Angelegenheiten der Größte sein sollte. Und Er verkündete, dass Ganesha bei alle Anlässen und Ereignissen als erstes angerufen werden sollte. Die, die dies nicht beherzigten, sollten zum Misserfolg verdammt sein.

 

4. Shiva und der Dämon Gajasura
Variante 1:
Es lebte ein Asura (16) mit dem Namen Gajasura, der die Gestalt eines Elephanten besaß.
Dieser unterzog sich einer strengen asketischen Lebensweise und asketischen Übungen, um Shivas Gunst zu erlangen.
Shiva, der von Gajasuras Übungen sehr angetan war, entschied sich, ihm einen Wunsch zu gewähren.
So erschien Er dem Asura und fragte Ihn nach seinem Begehr. Dieser wünschte sich, dass von seinem Körper immer während Feuer ausginge, so dass sich ihm niemand nähern könne.-Und Shiva gewährte ihm den Wunsch.
Gajasura fuhr mit seiner asketischen Lebensweise, seinen Entsagungen und seinen Übungen fort, bis Shiva ihm ein weiteres Mal erschien und ihn wiederum fragte, was er sich wünsche.
Und diesmal antworte er Ihm, dass er sich wünsche, Shiva würde in seinem Bauch leben.
Auch diesen Wunsch erfüllte Er dem Dämon und ging in den Bauch des Dämons ein.
Shiva gilt generell als ein recht argloser, unschuldiger Gott (17), der leicht gütig zu stimmen ist und schnell die Wünsche seiner Anhänger erfüllt, was ihn nur allzu häufig in komplizierten Situationen bringt.

Parvati suchte Ihren Gemahl lange erfolglos, nachdem Er im Bauch des Dämonen eingekehrt war.
Schließlich bat Sie Ihren Bruder Vishnu um Rat. Dieser erwiderte, dass Sie sich keine Sorgen machen solle, denn Shiva sei Bhole Shankar, der immer umgehend die Wünsche Seiner Verehrer erfülle, ohne sich dabei Gedanken über die Konsequenzen zu machen. Aus diesem Grunde glaube Er, dass sich Shiva mal wieder in Schwierigkeiten gebracht habe. Er wolle herausfinden, was mit ihm passiert war.

Vishnu, der allwissende Leiter im kosmischen Spiel, inszenierte eine Komödie, in der er Nandi, Shivas Stier, in einen tanzenden Stier und sich selbst in einen Flötenspieler verwandelte, und so vor Gajasura auftrat.
Die Vorführung des tanzenden Stieres und Vishnus Musik versetzten den Asura in Ekstase, und er fragte den Flötenspieler, was er sich wünsche.
Der verkleidete Vishnu entgegnete, ob er Ihm tatsächlich geben könne, was Er sich wünsche. In seiner Überheblichkeit erwiderte Gajasura, das er Ihm sofort alles geben könne, was auch immer Er erbitten würde.
Daraufhin forderte der Flötenspieler, dass er Shiva aus seinem Bauch entlassen solle.
Da begriff Gajasura, dass es sich bei dem Flötenspieler um niemanden anderen als Vishnu handeln konnte, denn niemand sonst hätte sein Geheimnis erraten können.
So warf er sich vor dem großen Gott nieder. Als er Shiva befreit hatte, bat er um einen letzten Wunsch: Es sollte sich jeder an ihn, der von Shiva in so vielfältiver Weise gesegnet worden war, erinnern, indem sie seinen Kopf verehrten, nachdem er verstorben war.
Shiva erfüllte seinen Wunsch, in dem Er Seinen eigenen Sohn brachte, und dessen Kopf mit dem von Gajasura ersetzte.
Seit dieser Zeit muss Ganesha als Folge des Geschenkes von Shiva an Gajasura vor dem Beginn jeder Handlung und jeder Unternehmung  verehrt werden, damit sie erfolgreich werden kann.

 

Variante 2:
Es lebte einst ein Riese mit Namen Gajasura, der die Gestalt eines Elephanten hatte.
Gajasura unterzog sich strengen yogischen Übungen, um die Gunst Shivas zu erlangen.
Shiva, der mit den Anstrengungen Gajasuras sehr zufrieden war, beschloss ihm einen Wunsch zu erfüllen.
So erschien Er dem Riesen und fragte ihn, was er sich wünsche.
Gajasur bat Shiva, das Er in seinem Bauch leben möge. Shiva, gebunden an Sein Wort, gewährte ihm seinen Wunsch und ging in seinen Bauch ein.
Parvati sah nun Shiva für viele Tage nicht mehr  und Sie begann sich Sorgen zu machen. Auf der Suche nach Ihm durchstreifte Sie das gesamte Universum, doch Sie konnte Ihren Gatten nicht finden.
Schließlich machte Sie sich zu Vishnu auf und bat Ihn, Ihren Mann zu finden.
Vishnu verkleidete sich als Straßenmusikant und machte sich mit Nandi auf, Shiva zu suchen.

Sie kamen zu Gajasuras Stadt und Nandi führte für den den König einen Tanz auf, der mit der Aufführung sehr zufrieden und darüber sehr erfreut war.
Und er wollte Ihn dafür belohnen. Nandi bat um Shiva als seinen Preis.
Als Gajasura dies hörte verstand er, das sein Unterhalter niemand anders als Vishnu selbst war, und er wusste ebenso, dass Shiva nicht lebendig sein würde, ehe Er nicht heraus kam. So entließ er Shiva aus seinem Bauch.
Er betete Shiva an und bat Ihn, ihn in der Erinnerung der Menschen unsterblich zu machen.

Shiva schlug Gajasura darauf hin den Kopf ab und befreite ihn so vom Kreislauf des Geborenwerdens und des Sterbens.
Nach Seinem Sieg über den Riesen machte sich Shiva mit dessen Kopf auf den Weg zu Seiner Gemahlin auf dem Berg Kailash.
Als Parvati hörte, dass sich Shiva auf dem Rückweg befand, wollte Sie ein Bad nehmen, um ihn Willkommen zu heißen.
Da Nandi mit Vishnu gegangen war, um Shiva zu suchen, brauchte Sie jemanden, der vor der Tür Wache hielt.
So formte Sie aus Erde von Ihrem Körper einen Jungen, dem Sie Leben einhauchte und befahl, vor Ihrer Tür Wache zu halten. Sie nannte Ihn Vinayaka (18).

Als Shiva Heim kam, wurde Ihm der Weg durch einen Jungen versperrt, den Er nicht kannte, und der auch nicht wusste, wer Er war. Im Zorn köpfte Er den Jungen und betrat dann Sein Haus.
Parvati begrüßte Ihren Gatten herzlich, fragte Ihn dann jedoch, wie Er ins Haus gelangt sei.
Shiva erzählte Ihr von den Geschehnissen vor der Tür und Parvati wurde sehr traurig. Sie bat Shiva, dem Jungen wieder das Leben zu schenken.
Sofort setzte Shiva den Kopf Gajasuras auf den Körper des Kindes  und er wurde wieder lebendig.
Dies war der 4. Tag nach Neumond des Montas Bhadrapada. So wurde Ganesha an diesem Tag (wieder)geboren.

Um dieses Ereignis zu feiern, kamen alle Ganas vor Shiva und baten Ihn, Ganesha zu Ihrem Anführer zu machen. Nun hatten Shiva und Parvati bereits einen Sohn, namens Kumar (19).
Wer war nun der bessere Führer?
Da beschloss Shiva, die Beiden einen Wettstreit austragen zu lassen. Er sagte: “Wer von Euch schneller als der andere drei Runden um die drei Welten  schafft, der soll Gan Adhipati genannt werden.”

Kumar bestieg Seinen Pfau und begann Seine Reise. Vinayaka aber bekam nur eine Ratte als Reittier, obwohl es schnell gehen sollte.
Diese Herausforderung war nicht einfach, aber Ganesha konnte Seinem Vater gegenüber nicht ungehorsam sein. So ging er, nahm ein Bad  und umschritt Seine Eltern dreimal.
Dann berührte er Ihre Füße, erhob sich und sprach: “Nicht ist größer als die Eltern, so habe ich Euch umschritten und bitte um Euren Segen.”
Shiva und Parvati waren sehr überrascht und glücklich über seine Logik und Intelligenz, und segneten Ihn.
Nach einer Weile kam Kumar zurück und war überrascht darüber, dass Vinayaka bereits da war.
Wie konnte das sein, wo Vinayaka so früh da war, obwohl Er auf einer Ratte geritten war?
Shiva erklärte Ganesha zum Sieger. Ab diesem Zeitpunkt wurde Vinayaka “Ganadhish”, “Ganapati” und “Ganesha” genannt, und Er wurde von allen Ganas verehrt.

Erschaffung Ganeshas und wie Er Seinen Elephantenkopf bekam Künstler/Artist: unbekannt/unknown; Quelle: exoticindiaart.com
Erschaffung Ganeshas und wie Er Seinen Elephantenkopf bekam
Künstler/Artist: unbekannt/unknown; Quelle: exoticindiaart.com

(1) Begleiter/Diener Shivas
(2) Heilige Schriften des Hinduismus, die nach den Veden in der Zeit von 400 n. Chr. bis 1000 n. Chr. entstanden. Allerdings greifen sie oft auch auf deutlich ältere Inhalte zurück.
(3) Sanskr.: „Kraft“, „Macht“, „Wille“. Uranfängliche, kosmische Urkraft des Universums. Energie/Macht, die die dynamischen (weiblichen) Kräfte der Schöpfung (und des Göttlichen) verkörpert.  Alle Göttinnen sind (Ausdrucks)Formen Shaktis und Shakti verkörpert und offenbart sich in jeder Göttin.
(4) Gruppe von sieben Weisen
(5) Sanskr.: gana: „Gefolge“, iah: „Gebieter“, „Herr der Scharen“
(6) Sanskr.: deva: „Gott“; 1. allgemein Bezeichnung für „Gott“, 2. Wesenheiten, die sich auf einer höheren Ebene als die Menschen befinden, sich jedoch noch im Kreislauf der Wiedergeburten befinden.
(7) Dreizack
(8) Sanskr.: devi: „Göttin“
(9) Lt. Vaastu-Shastra (der ind. Lehre von der räumlichen Gestaltung und Ausrichtung von Räumen, Gebäuden, Städtebau usw.) ist der Süden die Richtung des Todes. Dh. wenn man mit dem Kopf Richtung Norden liegen hat, ist der Blick Richtung Süden gerichtet.
(10) Ritueller/s Eid/Versprechen, spezielle (religiöse) Handlungen und/oder Übungen für die Dauer eines bestimmten Zeitraumes durchzuführen, um einen speziellen Wunsch o.ä. von einer Gottheit gewährt zu bekommen.
Dazu gehören u.a. das Fasten (in unterschiedlichen Ausprägungen) , Pilgerreise, Puja, das Rezitieren von Mantren, das Lesen Heiliger Schriften und Feueropfer.
(11) Gott und Verkörperung des Saturn
(12) Gott der Sonne
(13) Reittier Vishnus; Halb-Mensch, Halb-Adler
(14) Sanskr.: „gan“: Schar, adhipathi:“Herr(scher), Gebieter, König“ „Gebieter der Scharen“
(15) Sanskr.: „Herr der Hindernisse“
(16) Sanskr.: „Dämon“, „böse Geister“. Gegenspieler der Devas, bzw. der „Lichtwesen“ (Suras). im Gegensatz zu der westlichen Vorstellung von Dämonen sind Asuras jedoch keine „Höllenwesen“ sondern eifersüchtige, neidische und ehrgeizige Wesenheiten, die die Devas bekämpfen. Wie die Devas unterliegen die Asuras dem Kreislauf der Wiedergeburt und können aus ihm erlöst werden.
(17) daher auch Seiner Namen “Bhole Shankar” = “argloser/unschuldiger Gott, der leicht zu beschwichtigen ist”
(18) Sanskr.: „Entferner (von Hindernissen)“, “Der alle Hindernisse beseitigt”
(19) Anderer Name von Kattrikeya/Skanda/Muruga/Subrahman. Kriegsgott, Heerführer der Götter.

Monismus, Henotheismus, Polytheismus…. Oder was?! (UPG)

Ich stoße immer mal an den Punkt an dem ich mich frage (oder von anderen gefragt werde), wie mein Weltbild eigentlich gestrickt ist.
Bin ich Polytheistin? Monistin? Henotheistin?… Oder was völlig anderes?
Ich bin mir da selbst nicht einig.-Und ich habe wohl auch den Eindruck, dass meine Abneigung gegen gewisse Begriffe, die mit “Mono” zu tun haben vielleicht auch damit zusammenhängt, dass gern behauptet wird, dass Mann und Frau nur dann “echte” und “ernstzunehmende” Heiden seien, wenn sie mehr oder weniger “harte” Polytheisten sind.
Ist man das nicht, dann hat man einfach nur dem christlichen Pfad einen anderen Anstrich gegeben.-Und ist damit alles andere, nur kein/e Heide/in

Aber das ist ein anderes Thema.

Die Wikipedia beschreibt die Begriffe (im Kurzen) wie folgt:

Monismus
Der Monismus ist die philosophische oder metaphysische Position, wonach sich alle Vorgänge und Phänomene der Welt auf ein einziges Grundprinzip zurückführen lassen. Der Monismus bezieht damit die Gegenposition zum Dualismus und Pluralismus, die zwei oder viele Grundprinzipien annehmen. In der Religion stehen monistische Lehren oft dem Pantheismus oder dem Panentheismus nahe, der eine Gegenwart (Immanenz) des Göttlichen in allen Erscheinungen der Welt sieht.

[…] In der Philosophie ist oft die Rede von „Substanzen“, aus denen die Welt besteht. Während der philosophische Dualismus meist zwei Substanzen – Geist und Materie – annimmt, geht der Monismus von der Existenz nur einer Substanz aus.
Es lassen sich drei grobe Richtungen des Monismus identifizieren:

  1. Materialismus oder Physikalismus, wonach alles Materie ist und nur physikalische oder materielle Objekte und Wirkungen real sind. Dies ist die in der Neuzeit mit Abstand populärste Ausprägung des Monismus.
  2. Idealismus oder Phänomenalismus, wonach alles Geist ist und nur geistige Vorgänge real sind. Eine Variante dieser Auffassung wurde beispielsweise von George Berkeley vertreten. Die „idealistische“ Ausprägung des Monismus findet sich heute nur noch selten.
  3. Neutraler Monismus, wonach sowohl physikalischen als auch geistigen Vorgängen ein drittes, unabhängiges Prinzip zugrunde liegt.

[…] Eine der wichtigsten Richtungen der indischen Philosophie ist der Vedanta:

Henotheismus
[…] bezeichnet den Glauben an einen höchsten Gott, was jedoch im Unterschied zum Monotheismus der abrahamitischen Religionen die Verehrung anderer untergeordneter Götter nicht prinzipiell ausschließt. Neben dem Begriff des Henotheismus wird „Monolatrie“ mit gleicher Bedeutung verwendet.

[…] Der Henotheismus wird oft als eine Sonderform des Polytheismus betrachtet, vor allem im Hinduismus; zugleich gilt er als der logische Zwischenschritt zwischen Polytheismus und Monotheismus – zunächst wählt man aus dem Pantheon eine Gottheit aus, zu der man in eine besonders enge Beziehung tritt, diese wird dann bald als besonders mächtig angesehen, bis schließlich den übrigen Göttern ihre Göttlichkeit abgesprochen wird.

[…] Friedrich Max Müller beschrieb den Henotheismus im Zusammenhang mit der indischen Religion: Wenn ein Mensch von einer überwältigenden, transzendenzeröffnenden Erscheinung getroffen wird, dann verehrt er diese als Gott, und zwar als einzigen und höchsten Gott. Diese Verehrung ist ganz situationsbezogen: Wenn sich die Erscheinung verliert, dann verliert sich auch das entsprechende religiöse Wesen in seiner Einzigartigkeit. Der Gott hat also noch keine Konstanz. Damit tritt der Henotheismus nach Müller entwicklungsgeschichtlich vor dem Polytheismus auf.

Monolatrie
Unter Monolatrie (aus griech.: μόνος monos „einzig“ und λατρεία latreia „kultische Verehrung“) versteht man die Verehrung nur eines einzigen Gottes an einem bestimmten Ort oder bei einem bestimmten Stamm oder Volk, ohne dass die Existenz anderer Götter verneint wird. Dafür wird auch die Bezeichnung Henotheismus gebraucht.

Hmm… Tja…
Wie legte Goethe seinem Faust in den Mund:
“Da steh ich nun, ich armer Tor,
und bin so klug als je zuvor.”

Schau ich mir noch mal den Artikel bezüglich Polytheismus an, dann steht da:

Polytheismus (von griechisch πολύς polys ‚viel‘ und θεοί theoi ‚Götter‘), auf Deutsch auch als „Vielgötterei“ bezeichnet, ist religiöse Verehrung einer Vielzahl von Göttern oder Geistern.

Die meisten Religionen des Altertums waren polytheistisch und verfügten über ein jeweiliges Pantheon traditioneller Gottheiten, häufig angereichert mit Gestalten aus jahrhundertealten kulturellen Begegnungen und Erfahrungen.

[…] Heutige polytheistische Religionen sind allen voran der Shintō, Bön, Santería, Candomblé und einige Formen von Wicca, Voodoo, Asatru und Keltismus. Hindus sind entgegen einer noch immer verbreiteten Annahme keine Polytheisten. Der vedische Hinduismus (ca. 1200–600 v. Ch.) war vermutlich eine polytheistische oder henotheistische Religion, allerdings hat sich in nachvedischer Zeit ein Monismus und Monotheismus entwickelt. Von außen betrachtet scheint die Götterwelt vielfältig. Folgendes kurzes Gebet, in verschiedenen Variationen bekannt, drückt aber das hinduistische Verständnis vom Göttlichen, hier weiblich gesehen, aus:

„Wie die Sonne, die sich in den Teichen spiegelt, als ungezählte Sonnen erscheint, so erscheinst auch du, O Mutter, als viele – Du Eine ohne Zweites, Höchstes Brahman!“

– Mahakalasamhita

Sämtliche Upanishaden setzen sich mit dieser „Einheit in der Vielfalt“ auseinander.

[…] Dass eine Person an mehrere Götter glaubt, deutet nicht an, dass er sie alle notwendigerweise gottesdienstlich verehrt. Zahlreiche Polytheisten glauben an eine Vielfalt von Göttern, aber verehren nur einen. Diese Variante des Polytheismus wird Henotheismus genannt. Einige sehen im henotheistischen Polytheismus eine Form des Monotheismus, einige Historiker meinen, die monotheistischen Religionen seien im Henotheismus entstanden.

Zum Thema Hinduismus und Polytheismus findet man in der englischen Wikipedia den recht interessanten Satz:


Hinduism is sometimes included in this listing; but despite the presence of polytheistic elements it is contains pantheistic and monotheism ones as well and has been classed as a “pantheism with polytheistic elements”

Nun ja… hat man sich etwas intensiver mit dem Thema Hinduismus auseinander gesetzt, dann kann man sich leicht denken, dass diese “Problematik” alles andere als So “feststehend” ist und es unwahrscheinlich viele “Spielformen” “des” Hinduismus gibt (in dem Diskussionsteil dieses Artikels wird das auch recht deutlich) . … Aber das ist wohl eine ganz andere Geschichte.

Doch zum eigentlichen Thema der “Selbstdefinition” zurück.
Es stimmt, eines meiner “Glaubenssätze” geb ich ganz gerne mit dem sowohl von  Apuleius in “Der goldene Esel” und u.a. von Marion Zimmer Bradley in ihrer Avalon-Saga übernommenen (und etwas abgewandelten) Satz wieder:

“Alle Götter sind ein Gott,
alle Göttinnen sind eine Göttin
und zusammen sind sie Eins/bilden Sie das Göttliche”

Dies Aussage (die vor allen Dingen “hardcore”-Polytheisten gerne das Messer in der Tasche aufgehen lässt) ist einer der Gründe, warum ich von anderen sehr gern in die “Ecke” von Monisten, Henotheisten oder (eigentlich nur verkappten) Monotheisten gestellt werden.

Ich gebe zu, dass es vermutlich so wirkt, wenn man es sich einfach macht und oberflächlich betrachtet. Doch für mich ist es deutlich komplexer und vielschichtiger in seiner Bedeutung.
Hmmm… Für mich spielt die Trinität, die sich darin für mich wiederspiegelt eine sehr große Rolle (gibts dafür eigentlich einen Begriff?! X-D ):

Gott(=Götter)
Göttliches
Göttin(=Göttinnen)
Oder:

Männliche Urkraft (/-energie)
DIE Urkraft (/-energie) an sich
Weibliche Urkraft (/-energie)
Oder:

Männliche Schöpfungskraft
DIE Schöpfungskraft an sich
Weibliche Schöpfungskraft
Oder

(unmanifestes) Männlich-Göttliches
(unmanifestes) Göttliches an sich
(unmanifestes) Weiblich-Göttliches

Oder mein(!) Verständnis von
(Para) Shiva
(Para) Brahman
(Para) Shakti

Mein Erleben mit “meinen” Hohen und die … hmmm… (es klingt vielleicht etwas “hochtrabend”) rein persönlichen “Offenbarungen” “meiner” Göttlichen haben mich zumindest zu der Erkenntnis gebracht, dass “hinter” den individuellen, ganz unabhängig von einander existierender Götter und Göttinnen noch zwei Kräfte gibt, die alles und doch nichts von Ihnen ist:
Die weiblich-göttliche und die männlich-göttliche Quelle, die formlos ist und doch alle Formen in sich beinhaltet, so wie beide Quellen zusammen wiederum DIE Göttliche Quelle an sich bilden (wenn Sie sich vereinen), die pure, reine, potenzielle Schöpfungsenergie ist, die männlich UND weiblich, und doch geschlechts- und formlos ist.

Im Allgemein wird ja gern behauptet, dass sich Polytheismus und der Glaube an “die Vielfalt in der Einheit/die Einheit in der Vielfalt” total wiedersprechen, zumal dies bedeuten würde die Einzigartigkeit und Individualität der Persönlichkeiten der einzelnen Götter nicht (wirklich) erfahren oder nicht würdigen zu können.-Zumindest begegnet mir diese Position in Teilen der deutschsprachigen, heidnischen Community.

Ich denke, dass das eine das andere durchaus einschließen kann, zumal die Definition von Polytheismus ja erst Mal nichts anderes bedeutet, als die Verehrung von vielen (individuellen, charakterlich unterschiedlichen) Göttern und Göttinnen.

Und betrachte ich meinen komplexen Pfad… Dann bin ich wohl deutlicher “Poly” als “Heno” oder “Mono” *G*.

Im Laufe meiner fast 20 Jahre, die ich meinen Weg nun gehe, sind Götter und Göttinnen aus unterschiedlichen Pantheonen zu mir gestoßen.
Unter anderem natürlich mein Ganeshji, Mata Durga, Lakshmi und Saraswati.
Hinzu kommen aus dem ägyptischen Bastet, Anubis, Sia, Imentet und Hu; Hestia aus dem griechischen und Dana, Ceridwen, Brighid, Cernunnos und Cathubodva aus dem keltischen.

Und ich sehe, spüre und erlebe bei Jeder und Jedem von Ihnen Ihre und Seine unterschiedliche Persönlichkeit und den individuellen Charakter. Und gleichzeitig haben Sie mich zu der Erkenntnis geführt, dass Sie alle miteinander verbunden sind:
Die Götter durch Ihre männliche “Energie” und “Göttlichkeit”, sowie die Göttinnen durch Ihre weibliche “Energie” und “Göttlichkeit”. Und dass Männlich und Weiblich zusammen DIE schöpferische, form-und geschlechtslose Macht des Seins darstellen.
Wenn ich es etwas abstrahieren würde, würde ich versuche es vielleicht mit uns Menschen zu erklären suchen:
Die Menschheit (=das Göttliche an sich), besteht aus Frau (=Göttin) und Mann (=Gott). Jede Frau ist individuell, einzigartig und eine eigenständige Persönlichkeit.-Ebenso ist es jeder Mann. Doch bilden sie zusammen Eines: Eben die besagte Menschheit.

Oder um es etwas mehr zu abstrahieren:
Wir haben Äpfel (=Frauen=Göttin) und Birnen (=Männer=Götter). Sowohl Äpfel als auch Birnen unterscheiden sich voneinander, sowie sich jeder einzelne Apfel und jede einzelne Birne untereinander unterscheiden.
Und trotzdem sind beides Obst ;).

Hmmm… für mich ist auf meinem Pfad außerdem sehr, sehr wichtig, dass ich weder (irgendeine) Göttin noch (irgendeinen) Gott als “höher” über andere Gottheiten stehend betrachte.
Auch wenn ich ehrlich zugeben muss, dass nicht alle Gottheiten meines Mix-Pantheons dieselbe Aufmerksamkeit erhalten.-Aber dann sind das immernoch… öhm… acht…

*seufz*
Hmm… viel schlauer als vorher bin ich ehrlich gesagt immer noch nicht.
Vielleicht bin ich gar nix von all dem XD, und ich muss eine andere Defintion finden?!

Nichts desto trotz muss ich wohl zugeben, dass ich der englischen Wikipedia schon etwas abgewinnen kann, wenn dort vom “Pantheismus mit  polytheistischen Elementen” spricht.

Nun… wie dem auch sei… Ich denke völlig abschließend werd ich die Frage nach der “Selbstbezeichnung” wohl nicht klären können.
Vermutlich liegt es in der Natur der Sache, denn wie ich so bei der Recherche zu den einzelnen Begriffen feststellen musste, ist wohl selbst in den (vergleichenden) Religionswissenschaften alles längst nicht so fest, wie es manchmal so dargestellt wird.  😀

BB+LG
Siat

Moola-Mantra: Om sat chit ananda

Ganesh Chaturthi (Teil 1)

Shukhlambaradaram Vishnum
Sashivarnum chaturbhujam
Prasannavadanam dhyayet
Sarva vighnopashantaye

Om gam Ganapataye namah.

Ich meditiere über Lord Ganesha,
der in ein weißes Gewand gekleidet ist,
der alles durchdring,
der die helle Farbe des Mondes,
ein lächelndes Gesicht
und vier Hände hat,
und der Beseitiger aller Hindernisse ist.

Wie angekündigt möchte ich mich an eine kleinen Artikelserie (momentan werden es wohl drei Teile sein) zu Ganesh Chaturthi machen.

Dieser erste Teil soll Euch zum einen mit Ganeshji bekannt machen, zum anderen einen kleinen Überblick über den Zeitpunkt und die Geschichte des Festes bieten.
In zwei weiteren Teilen soll es dann um die Mythen gehen, die mit dem Fest verbunden sind, und die Bräuche und Rituale beleuchten.
Eine ausführliche Liste mit weiterführenden Links werdet Ihr dann am Ende der Artikelreihe finden.

Was ist Ganesh Chaturthi ?
Wie der Name schon vermuten lässt ist Ganesh Chaturthi ein Fest, zu Ehren Ganeshas, dem Gott der Anfänge und dem Beseitiger aller Hindernisse.
Es wird auch Ganesh Utsav (1) oder Vinayaka Chaturthi genannt und wird von allen Hindus, aber auch von Jainas und manchen Buddhisten rund um den Erdball gefeiert.

Ganesh Chaturthi feiert die Geburt von Ganesha und kann je nach Region (und persönlichem Zeitfenster der Gläubigen) bis zu 5, 7, 10 oder seltener 12 Tage andauern.

Wann dieses Fest das erste Mal gefeiert wurde ist nicht bekannt, allerdings sind große, organisierte und öffentliche Feiern seit etwa dem 16. Jhd. verbrieft.  Anfang der 20ger Jahre des 18. Jahrhunderts verlor das Fest seine staatliche Unterstützung und wurde in den privaten Rahmen der Familienfeierlichkeiten zurück gedrängt.
Während der Besatzung Indiens durch die Briten (1858-1947) war es der indischen Bevölkerung verboten, sich in großen Gruppen in der Öffentlichkeit zu versammeln. Vom Freiheitskämpfer und Reformer Lokmanya Tilak  wurden die öffentlichen  Feierlichkeiten zu Ganesh Chaturthi wieder ins Leben gerufen, um ein gemeinsames Nationalgefühl der Inder unabhängig der sozialen Zugehörigkeit zu fördern und so den Traum der Inder nach Unabhängigkeit und Selbstbestimmung zu unterstützen.
Er war der erste, der in der Öffentlichkeit große Götterbilder in Pavillions aufstellen ließ und den Brauch ins Leben rief, diese nach 10 Tagen im Meer, in einem Fluss oder einem anderen öffentlichen Gewässer zu versenken.

Zeitpunkt
Der Beginn des Festes fällt im hinduistischen (meist) lunisolaren Kalender in den Monat Bhadrapada. “Shukla Chaturthi”, der 4. Tag nach Neumond, markiert den Beginn des Festes, und endet in der Regel an “Anat Chaturdashi”, dem 14. Tag nach Neumond, mit Ganesh Visarjan, dem Versenken der Murtis (2).
Auf unseren Kalender umgemünzt fällt Ganesh Chaturthi für gewöhnlich in den Zeitraum zwischen 19. August und 20. September.
Neben dem Datum sind für die Feierlichkeiten noch weitere astrologische Komponenten (Aufgangs- und Untergangszeit des Mondes, Stand der Planeten etc.) wichtig, so dass sich recht fixe “glücksverheißende” Termine ergeben, an denen zum Beispiel die Rituale abgehalten werden.
Das bedeutet natürlich, dass sich die Zeiten je nach Standort verändern. Heute helfen den Gläubigen, die sich gezielt darauf einrichten zum Beispiel online Panchangs (3) .

Für Deutschland (speziell meine Ecke) bedeutet dies, dass die Feierlichkeiten am Sonntag, dem 08. September beginnen.
Als besonders glücksverheißender Zeitpunkt für die Puja (4) gilt an diesem Tag der Zeitraum von 13:18h bis 14:30h.
Wer in dieser Zeit nicht kann, kann sich jedoch auch an den anderen als glücksverheißenden Zeiträumen orientieren. Auch hier hilft der online Panchang: Choghadiya (5) Table.

Die Zeiten für die Sichtbarkeit des Mondes spielen, wie wir später noch sehen werden, besonders an diesem Tag eine sehr wichtige Rolle: Denn an diesem Tag soll der Anblick des Mondes vermieden werden.
Dies gilt in diesem Jahr am Sonntag von der Zeit 13:18h bis 20:45h, und am Montag von 11:12h bis 21:18h.

Schattenseiten
Bei aller Feierfreude und all der Liebe die bei den Vorbereitungen für das Fest und bei den speziell für diesen Anlass angefertigten Bildnisse, haben sowohl die Feierlichkeiten  selbst an sich als auch die Bildnisse aus “Plaster of Paris” (eine Gipsart für die Herstellung von Skulpturen) als auch die Schwermetalle wie Quecksilber und Cadmium dazu beigetragen, das Flüsse, Seen und das Meer stark verschmutzt wurden und leider noch immer werden.
Um die Herstellung der Götterbildnisse ist ein stark florierender Handel entstanden, der jedes Jahr anlässliche Ganeshas Geburtstag boomt.

Allerdings gibt es seit einigen Jahren vermehrt die Bestrebung, den Umweltschutz in die Feierlichkeiten einzubeziehen.
So unterstützen die Regierungen einiger Bundestaaten ausdrücklich die Herstellung von Lehm-Bildnissen und es wurden Lösungspläne gefasst, um die Belastung des Wassers durch Schwermetalle und Chemikalien zu verringern.
Zu den Plänen, die auch von religöser Seite Unterstützung finden, zählen z.B. Punkte wie:

  • die Rückkehr zu Lehm-Bildnissen und die Versenkung derselbigen im eigenen Heim.
  • das Verwenden von Bronze-oder Stein-Bildnissen, die speziell für dieses Fest hergestellt wurde und einmal im Jahr untergetaucht wird
  • eine Wiederverwendung der Gips-Bildnisse für bei nachfolgenden Festen
  • Verbannung der Versenkung von Gips-Bildnissen in Seen, Flüssen und dem Meer
  • Verwendung von anderen alternativen Materialien wie z.B. Pappmaché, Obst und/oder Gemüse, Süßigkeiten etc. pp.
  • Ermunterung der Bevölkerung dazu, die Bildnisse in Wasserbehäldnissen statt im natürlichen Gewässern zu versenken

Ganeshji1

Ganesha
Über Ganeshji zu schreiben fällt mir schwerer als gedacht. Vermutlich liegt es daran, dass Er ein sehr vielschichtiger und vielgestaltiger Gott ist.
Genauer und ausführlicher über Ihn und Seine verschiedenen Erscheinungsformen zu schreiben… Das würde wohl den Rahmen sprengen. Dafür scheint mir ein eigener Artikel passender. Ich möchte daher versuchen, mich möglichst kurz zu fassen.

In Indien ist Ganesha wohl die am allgegenwärtigste Gottheit.  Man findet Schreine entlang der Straßen unter Bäumen, in jedem Tempel anderer Gottheiten erfährt Er ebenso Verehrung wie an Markplätzen oder in den Schreinen gläubiger Hindus zu Hause.
Er gehört zu den beliebtesten und am meist verehrtesten Gottheiten des hinduistischen Pantheon, und erfährt sogar außerhalb des Hinduismus Verehrung, z.B. bei Jainas oder tantrischen Buddhisten.
Wie keine andere Gottheit bestimmt Ganesha alle Aktivitäten des Lebens.

Als Gott des Beginns und der (Neu)Anfänge wird Er bei allen Dingen um Seinen Segen angerufen.
Er ist Herr und Beseitiger jeglicher Art von Hindernissen, und als solcher beschützt und bewahrt Er uns vor ihnen.
Ganesha ist derjenige, der vor Beginn von allen wichtigen Dingen im Leben, vor jeglichen Vorhaben, vor jedem Ritual und jeder Zeremonie, vor Reisen, vor Prüfungen, Gerichtsterminen, aber auch vor dem Beginn des Lernens usw. um Seinen Segen angerufen wird, damit sich keinerlei Schwierigkeiten, egal welcher Art, in den Weg stellen.
Während andere Gottheiten wie z.B. Vishnu und Shiva als Götter gelten, die Gefallen an spirituelle Übungen und Askese finden und durch diese für Ihre Anhänger erreichbar werden, gilt Ganesha als ein Gott, der den Menschen in allen Lebenslagen wohl gesonnen und leicht zu erreichen ist, und der für all ihre Belange stets offene Ohren hat.

Als eine sehr facettenreiche Gottheit wird Ganesha nahe zu mit allem in Verbindung gesehen was mit Wissen, Weisheit und Erkenntnis zu tun hat: Wissenschaft, Literatur, Musik, Kunst, Philosophie… – Um nur einige zu nennen.
Als Hüter der Sprache, der Schrift und des Alphabetes gibt Ganesha Einsicht in die Geheimnisse der Mantren, aber auch (tieferes) Verständnis über die Heiligen Schriften.
Er unterstützt die Lernenden dabei, sich Wissen anzueignen, es zu vertiefen und auszubauen.
Den Lehrenden schenkt er das Vermögen, den Schülern Wissen zu vermitteln und sie auf ihrem Weg zur Erkenntnis zu begleiten.

Bei all seiner Freundlichkeit und Hinwendung bedeutet dies jedoch nicht, dass unser gesamtes Leben, all unsere Vorhaben und Pläne völlig reibungs- und problemlos verlaufen.-Im Gegenteil.
Ganesha ist ein Gott, der sehr auf das Wohlergehen derjenigen bedacht ist, die sich an Ihn wenden. –  Und Er trägt dafür auch entsprechend Sorge.
D.h. wenn wir uns an den Herrn der Hindernisse wenden sollten wir uns  vorher auch darüber klar sein, dass dies bedeutet, dass Er uns nicht nur Hindernisse aus dem Weg räumt, sondern das Er uns diese auch in den Weg legen kann, wenn dies nötig sein sollte.

Neben Seiner Verehrung als Gott der Weisheit und des Wissens, wird Er auch als Gott der Fülle und des Reichtum (materieller sowie spiritueller Natur), sowie des Glücks verehrt.
Darüber hinaus gilt Er als Hüter der Übergänge und Tore.

Darstellung und Attribute
ganeshji4Ganesha gehört zu den wenigen zoomorphen Gottheiten des Hinduismus.

Er erscheint mit dem Kopf eines Elephanten und in Seiner Gestalt als Ganesha meist mit vier Händen.
In drei von ihnen hält Er in Regel Axt, Schlinge und eine indische Süßigkeit (Modak), während die vierte Segen spendet.
Sowohl die Gegenstände und Waffen als auch die Gestalt Ganeshjis haben neben dem offensichtlich Dargestellten aber auch noch tiefgehendere, spirituelle Aspekte, auf die ich an dieser Stelle nur sehr kurz eingehen möchte.
So steht z.B. die Axt für Seine Fähigkeit, alle Fesseln zu lösen die uns binden, die Schlinge dafür, uns näher zum Göttlichen zu ziehen und die Modak für die Süße der Belohnung, die unsere Bemühungen mit sich bringen.
Andere Erscheinungsformen haben aber auch sechs, acht, zehn oder mehr Händen, und entsprechend mehr Waffen und Mudras (6). Außerdem können Seine Erscheinungsformen mehrköpfig sein.

Ganesha ist von gedrungener Gestalt und hat einen großen runden Bauch. Unter anderem ein Symbol dafür, dass Erin sich die alle Universen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in sich birgt.
Sein Haupt wird häufig mit dem Halbmond geschmückt dargestellt, während er auf seiner Stirn ein drittes Auge und/oder das Tilaka der Shaiviten trägt.

Seine Körperfarbe variiert je nach dem, welche Form von Ihm dargestellt ist und welchen Zweck die Darstellung dient (z.B. der Meditation). So kann Er zum Beispiel in goldener, weißer, roter oder blauer Körperfarbe dargestellt sein.

Ganesha auf Seiner Maus.
Quelle: wikimedia.org

Vahanas (7)
Im Allgemeinen wird Ganeshji häufig mit der Maus oder der Ratte als Vahana dargestellt, die in unterschiedicher Weise interpretiert wird. Die wohl verbreitetste scheint zu sein, dass sie alle Hindernisse darstellt, die uns sowohl auf unserer spirituellen als auch materiellen Reise begegnen und von Ganesha für uns bezwungen werden.
Darüber hinaus symbolisiert sie aber auch Selbstsucht und Eitelkeit, bei deren Überwindung Ganesha zur Seite steht.
Neben der Maus werden in der Mudgala und der Ganesha Purana (8) auch Löwe, Pfau, Sesha (9) und Pferd als seine Vahanas genannt.
Bilder im Jainismus stellen Ganesha außerdem mit Elephant, Schildkröte oder Widder dar, und es gibt Darstellungen von Ganesha, die Ihn auch auf Garuda, einem Fisch oder einem Rind oder Büffel darstellen.

Familie
Ganeshji gilt im Allgemeinen als der Sohn Parvatis und Shivas, sowie als Bruder von Karttikeya (10). Die Geschichten zu Ganeshas Geburt werde ich im nächsten Teil, der die Mythen um Ganesh Chaturthi zum Inhalt hat, näher beleuchten.

Über den Beziehungsstatus von Ganesha, also ob Er verheiratet ist und mit wem, gibt es je nach Schrift unterschiedliche Aussagen.
Die einen beschreiben Ihn als unverheirateten Brahmacharya (11),  andere nennen Buddhi (12), Siddhi (13) und Riddhi (14) als seine Gefährtinnen. Wieder andere verbinden Ihn mit Saraswati (15) und/oder Lakshmi (16).
Von Kindern berichtet nur die Shiva Purana (17), und zwar von Seinen Söhnen Kshem (18) und Labh (19).

Wie gesagt, soll und kann dieser Artikel erst mal nur einen kleinen Einblick bezüglich Shri Ganesha und den Feierlichkeiten anlässlich Seines Geburtstages geben.
Weiter geht es dann im 2. Teil mit den Mythen und Legenden.

LG & BB
Siat

Ganesha (re. unten) mit Seinen Eltern Shiva und Parvati, und seinem Bruder Karttikeya (in Parvatis Arm).
Ganesha (re. unten) mit Seinem Bruder Karttikeya und Ihren Eltern Shiva und Parvati; Tuschemalerei 18. Jhd.
Quelle: wikimedia.org

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1- Fest/Festlichkeit des Ganesha
2- Götterbildnisse
3- astrologischer Kalender
4- hinduistisches Ritual/”Gottesdienst”
5- nach der vedischen Astrologie ist Choghadiya (Panchang) ein Teil des Kalenders, der sieben Zeitspannen innerhalb des Tages aufzeigt, die als besonders günstig (Amrit, Shubh und Labh), günstig (Chal) und ungünstig (Rog, Kaal und Udveg) gelten.
6- Symbolische und/oder rituelle Geste
7- Fahrzeug, bzw. Reittier
8- Heilige Schriften, die Ganesha gewidmet sind und bei den Ganapatayas, den Verehrern Ganeshas, die Hauptschriften darstellen. In ihnen repräsentiert Ganesha die ultimative Realität allen Seins (Brahman)
9- Sesha/Sheshanaga/Adishesha ist die göttliche Schlange, der König aller Nagas (Schlangengottheiten) und eines der ersten Wesen der Schöpfung. Auf Ihm ruht Vishnu auf dem Milchozean.
10- Gott des Krieges und des Sieges, auch unter Skanda, Murugan und Subhramanya bekannt
11- Selbstauferlegtes Zölibat
12- Personifikation des Verstandes, Weisheit
13- Personifikation spiritueller Kräfte und des Erfolges
14- Personifikation des Wohlstandes
15- Göttin des Wissens, der Weisheit, Musik, der Kunst und der Wissenschaft
16- Göttin des materiellen und spirituellen Wohlstandes, des Erfolges, des Glücks und der Schönheit
17- eine der Heiligen Schriften, die Shiva gewidmet ist
18- Personifikation von Reichtum, Erfolg und Wohlstand, auch Shubh(a) genannt, Personifikation des Glücks
19- Personifikation des Gewinns