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“Heilung braucht ihr!” (UPG)

Mach ich doch heute mal ein Fass auf *G*.

Seit ich in die “Eso”-und Heiden-Szene “invoIviert” bin, stolpere ich immer wieder über Aussagen, das “Mutter Erde Heilung” benötige, natürlich auch über Menschen, die Rituale für Ihre Heilung anbieten/ausführen, und die Aussage, dass der Mensch wieder lernen müsse,  in “Harmonie” und in “Balance” mit der Erde und allen Lebewesen zu leben.

Ich möchte natürlich gleich Klarheit schaffen:
Das wir “Mutter Erde” nicht gut behandeln (um es mal harmlos auszudrücken) sieht ein Blinder mit´m Krückstock.
Und dennoch schleichen sich mir immer wieder Fragen in den Kopf wie: “Wie soll denn dieses “in Harmonie und Balance leben” aussehen? Und WOZU um alles in der Welt sollte Mutter Erde Heilung benötigen?! Was maßen wir popeligen Menschlein uns eigentlich in unserem Größenwahn an?!”

Sprüche wie: “Frage nicht danach, was Mutter Erde für DICH tun kann, sondern was DU für unsere Erde tun kannst, bevor es zu spät ist”, sind ja gut und schön… Führen mich aber immer wieder an den Punkt wo ich irgendwann sage, dass der Mensch sich viel, viel zu wichtig nimmt und offenbar in seiner Überheblichkeit, Selbstüberschätzung und in seinem Größenwahn einige kleine “”Details”” vergisst.
Sein wir doch mal ehrlich: Betrachten wir die Geschichte unserer Mutter Erde, dann ist sie zum einen geprägt von Naturkatastrophen unvorstellbaren Ausmaßes.
Lebewesen in den unterschiedlichsten Formen und Gestalten kamen, und gingen wieder. – Zum Teil haben sie sich selbst (gegenseitig) ausgerottet. Und noch weit bevor der Mensch auf der Erdoberlfäche erschien.

Der Mensch selbst existiert auf dieser Welt erst seit einem Lidschlag. Aber wie kein anderes Lebewesen hat unsere Spezies das Antlitz der Erde in so einem massiven Ausmaß verändert.
Und nicht nur Ihr Antlitz. Wie sich unser Wirken auf der Welt so gestaltet, das kann jeder mitbekommen. Angefangen von Vergiftung, Verseuchungen und Zerstörung bis hin zu genetischen Veränderungen.
Ja, der Mensch richtete und richtet unsäglichen Schaden an.
Schaden, den wir z.T. nie wieder ausbügeln werden können. – Schlicht, weil uns (noch?!) die Möglichkeiten fehlen.

Der Punkt ist eben genau dies: das Eingeständnis unserer menschlichen Unzulänglichkeit.-Und Macht-Losigkeit.
Ich weiss, dass es genügend gibt, die mir da widersprechen werden, aber ich persönlich halte den Menschen für unfähig, den von ihm angerichteten Schaden auf Mutter Erde wieder “gut” zu machen.
Schadensbegrenzung wird wohl vielleicht in wenigen Teilen noch möglich sein.-Aber was erst mal zerstört und/oder ausgerottet ist, kann nicht wieder zurück gebracht werden.

Ein völlig anderer Aspekt, den ich durchscheinen ließ ist Mutter Erde selbst:
Sie ist ein Lebewesen, das dem Wandel unterworfen ist, ebenso wie alles Leben auf Ihr. Jedes Lebewesen auf Ihr formt Sie, wirkt auf Sie ein, verändert Sie und die Ökosysteme auf Ihr.
Das Gleichgewicht auf Ihr ist schon immer mehr oder weniger labil gewesen. Und immer schon gab es Lebewesen, die andere dominiert und ausgerottet haben.
Auch heute noch ist nicht nur der Mensch für das Verschwinden vieler Lebewesen verantwortlich. Nur will das in der Regel kaum einer wissen.

Das Fatale ist, dass das menschliche Einwirken deutlich globaler, und die gesamte Erde betreffend ist.
Und dennoch, der Mensch ist nicht mehr und nicht weniger ein Teil des Gefüges des Seins, wie alle anderen Seins-und Lebensformen.
Das (m.M.n. ) abrahaminische: “Macht Euch die Erde untertan.” und “der Mensch ist die Krone der Schöpfung” haben (u.a.) dazu geführt, dass sich der Mensch nicht mehr als TEIL der Natur betrachtet, sondern aus außerhalb und über ihr stehend. Ein Zustand, der dazu verleitet(e) zu glauben alles mit der Natur (die “ihm” ja von Gott geschenkt wurde, um darüber zu herrschen) tun zu können.
Aus dem Kreis, in dem alles Leben, alle Wesen dieser Schöpfung auf gleicher Höhe stehen, wurde eine Pyramide, an deren Spitze (natürlich) der Mensch als einziges “intelligentes”, mit Bewusstsein und Seele ausgestattetes Wesen steht/stand. Eine Hierarchie eben, die dem Raubbau an Mutter Erde und ihren Kindern (einschließlich uns selbst!) Tür und Tor öffnete.
Statt sich so zu sehen als das was er ist (nämlich ein Säugetier!!), sieht sich Mensch gern als über den Tieren und über der Natur stehend, was ja auch stets gern z.B. so formuliert wird: “Wir Menschen sind schließlich keine Tiere”.

Die Erde steht am Scheideweg?
Vor einer Weile las ich den Satz “Die Erde steht am Scheideweg”.

Um richtig verstanden zu werden (falls es bisher noch nicht klar wurde):
Klar. Ein Umdenken muss definitiv stattfinden. Nicht nur zum Wohle “der Welt”, sondern auch zu unserm eigenen.
“Wir” können nicht mehr so weiter machen wie bisher.
Was mir persönlich aber reichlich auf den Keks geht, ist das “Vorschieben” von Mutter Erde, bzw. die “Sorge” um Sie und unseren Mitlebewesen.
Mir geht mittlerweile das Messer in der Tasche auf bei solchen und ähnlichen Sätzen, denn sie verschleiern meiner persönlichen Meinung das Thema, um das es eigentlich WIRKLICH geht:

Nämlich UNSEREN ganz eigenen Hintern! UNSERE eigene Existenz hier auf der Erde.
Es ist nicht die Erde, die am Scheideweg steht.-Es sind WIR!
WIR entziehen UNS mit dem was wir der Mutter Erde antun UNSERE Existenzgrundlage.
Wir sind es, die mit einer Gründlichkeit an unserem eigenen “Ast” sägen, das es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis er bricht.
Auch dieses (Entschuldigung) elendige Gejammer über “Mutter Erde schlägt zurück”, wenn es um Naturkatastrophen geht, lässt mich mit Regelmäßigkeit mit der Stirn auf den Tisch aufschlagen, weil es (zum Teil) letztlich nichts weiter als Mensch-gemachte Katastrophen sind, mit denen Mutter Erde so viel zu tun hat, wie ein Fisch mit Samba-Tanzen.
Oder glaubt wer ernsthaft, dass Wälder sich so ganz von allein z.B. zu Gunsten von Ski-Liften fällen oder für das Anlegen von Feldern entzünden?! Oder sich Flüsse von ganz allein begradigen, oder sich gar Häuser und/oder Fabriken oder (Kern)Kraftwerke in Fluss- oder Meeresnähe von ganz allein bauen?
Bezüglich mancher Dinge ist der Mensch, so brutal und herzlos, wie es sich vielleicht jetzt im ersten Moment liest, selbst schuld! ER trägt die Verantwortung, nicht Mutter Natur/Mutter Erde!

Mutter Erde ist etwa 4,5 Milliarden (!!!) Jahre alt. Der Mensch existiert wie lang?! Genau.-Um die 2 Millionen (!) Jahre. WHOOOOHOOOO! *Augenverdreh*
Sie hat mehr Veränderungen, mehr Katastrophen, mehr Massensterben und das Verschwinden von Arten erlebt, als wir uns mit unserem kleinen Verstand überhaupt auch nur vorstellen können.
Und wir stellen uns in unserer maßlosen Selbstüberschätzung, Selbstsucht und Arroganz hin und machen einen auf “Retter der Welt”. – Ja ne… Ist schon klar. Kommt mal wieder in die Realität zurück!

Wie hieß es bei Jurassic Park: “Das Leben findet einen Weg.”
Davon bin ich persönlich mehr als nur überzeugt.
Wir Menschen können das Gesicht von Mutter Erde noch so sehr verändern, wir können die Meere, die Luft, die Erde noch so sehr vergiften und verseuchen.
Wir können noch so viele genetische Experimente machen, noch so viele Lebewesen durch Radioaktivität verändern.-Mutter Natur ist fähig, sich zu regenerieren.
Tschernobyl ist ein sehr, sehr beeindruckendes und eindrucksvolles Beispiel für Ihre regenerierende Kraft:

Und hier noch ein Link zu einem Artikel.
Wer mehr erfahren möchte, kann dazu noch weitere interessante Artikel im WWW finden.
27 Jahre nach dem Super-Gau: Tschernobyl – Vom Unglücksreaktor zum Naturparadies

Wenn sich der Mensch (und das ist, wenn er so weiter macht, nur eine Frage der Zeit) selbst ausgerottet hat, dann wird sich Mutter Natur von unseren Eingriffen, von den Schäden, die wir Ihr zugefügt haben erholen. – Soweit dies möglich ist.
Davon bin ich jedenfalls fest überzeugt.
Abgetragene Berge, durch uns ausgerottete Arten bei Tieren und Pflanzen… All dies ist unwiderbringlich verloren.
Doch nach uns, davon bin ich überzeugt, und davon zeugen auch immer wieder neue Entdeckungen, werden auch wieder neue Arten die Erde bevölkern.
Der Mensch wird, wenn ich sehr bösartig bin, kein Verlust für Mutter Erde sein.
Im Gegenteil.-Sie erhält mit unserem Verschwinden die Möglichkeit, frei von unserem Einmischen, Neues hervor zu bringen und noch so lange wieder zu erblühen, wie ihre noch verbleibende Zeit nach uns auch andauern mag.


Also alle Sorge “unnötig”? Alles “unsinnig” und “blöd”?
Nein. Sicherlich nicht.
Doch halte ich den Ansatz, bei der Heilung von Mutter Erde zu beginnen, persönlich für wenig Ziel führend.
Die Zerstörungen, die Verseuchungen, die Ausrottungen…
Ich halte sie für Symptome unserer Abgetrenntheit von der “Ganzheit”. Nicht Mutter Erde braucht Heilung, sondern wir.
Wir müssen erst Mal bei uns selbst anfangen, bevor wir tatsächlich ernsthaft Veränderungen auch “im Außen” auf unserem wundervollen Planeten, für Mutter Erde erwirken können.
Alles andere halte ich für nicht mehr (aber auch nicht weniger) als “Symptombehandlung”.
Es mag vielleicht den/die eine/n oder andere/n befriedigen, aber es ändert meiner Meinung nach nicht nachhaltig etwas an den vorhandenen Problematiken.
Und ein Heiler kann nur dann wirklich effektiv für andere wirken, wenn er selbst heil ist, bzw. auf dem Pfad zur Heilung ist.

Eine Lösung?
Ich habe ehrlich gesagt aufgegeben nach einer “allgemein gültigen” Lösung, bzw. Antwort zu suchen.
Mittlerweile denke ich jedoch, dass es diese vermutlich auch gar nicht gibt. Vermutlich auch gar nicht geben kann.
Wie bei vielen anderen Themen scheint es wohl auch hier so zu sein, dass, wie in einem Uhrwerk, viele verschiedene “Zahnräder” ineinander greifen müssen/sollten, um an ein Ziel zu führen.

Für mich (und nur für mich versteht sich) sehe ich die Herausforderung nicht primär darin, an der Sympotmbehandlung zu wirken (also den Fokus darauf zu legen, primär Mutter Erde zu helfen, Sie zu heilen), sondern in aller erster Linie an der/n Ursache/n zu wirken.

Doch wie kann/soll das für mich aussehen?
Als ich “drüben” nach Antworten suchte, nachdem mir mal wieder das Posting von jemandem über den Weg lief, die beschrieb, dass sie die Aufgabe erhalten hatte, für Mutter Erde ein Ritual zu machen, fand ich zumindest für mich ein paar Antworten.
Meine recht kritische Sichtweise auf das Thema “Mutter Erde braucht Heilung und Rituale” hat mich dann auch mit der etwas lapidaren Frage: “Brauchst Du Heilung” die Reise beginnen lassen.

Die Antwort die ich bekam war:
“Wenn der Mensch sich selbst heilt, kann er auch die Welt von den Wunden heilen, die sein Aus-Reißen aus dem Gefüge geschlagen haben.
Erst wenn er wieder Teil der Schöpfung wird, kann er seine Aufgabe als Bewahrer und Hüter erfüllen.
Erst dann kann er erkennen, wie er durch sich selbst dem gesamten Gefüge geschadet hat.
Heil-Rituale nutzen nur in soweit, wie sie die Heilung des Menschen unterstützen.
Ich bin ganz.
Ich bin heil.
Auch wenn Ihr mein Antlitz verändert, ich werde noch da sein, lang nachdem der letzte Mensch seinen Atemzug getan hat.
Mich werdet Ihr nicht zerstören.-Nur Euch selbst.”

Auf den aufgekommenen Gedanken, das der Mensch aber immerhin auch für das Aussterben vieler Arten in der Tier- und Pflanzenwelt verantwortlich sei, erwiederte Sie:
“Was auf mir wandelt hat sein Gesicht schon immer verändert.
Ein Fresser frisst bis seine Quelle versiegt.-Dann besiegelt er sein Schicksal.
So auch der Mensch.”

Dann hakte ich nach, ob Sie Rituale will.
“Von Dir? NEIN!
Deine Aufgabe ist nicht die der Erdtöchter.”
o.O Öhm.. Okeeee…. o.O

Irritiert hab ich dann die Frage hinterher geschoben, warum Sie von anderen Rituale fordere, worauf Sie entgegnete:
“Weil es ihr Weg ist, um heil zu werden.
Ihr Weg, um ganz zu werden.
Es ist ihr Weg, ihren Platz in der Schöpfung wieder zu finden und die Balance wieder herzustellen.
Aber dies ist nur ein Weg.-Wege gibt es viele.
Und jede und jeder hat Ihren und Seinen zu finden.”
Was nun genau mein Weg ist… Das werde ich auch noch herausfinden müssen. Mal sehen, wohin er mich führt.
Eine klare Antwort bekam ich jetzt leider noch nicht.  Scheint momentan wohl erst mal wieder “Geduld” angesagt zu sein.

´N büschen misantrophisch veranlagt?
Nein, eigentlich würde ich mich nicht als Misantrophin bezeichnen, auch wenn es vielleicht grad ein wenig den Anschein haben könnte.
Es gibt ja glücklicher Weise auch immer mehr Menschen, denen es wichtig ist, wie es mit unserer Erde, mit den auf ihr wandelnden und lebenden Lebewesen einschließlich uns selbst weiter geht.
Aber ich kann nicht abstreiten, dass ich die weitere Zukunft der Menschheit reichlich düster betrachte und wie gesagt der Meinung bin, dass der Verlust der Menschheit für die Erde kein großer sein wird, sondern Ihr gut tun wird.

“Wir” hatten unsere Chance, und wir haben sie so richtig gründlich in den Sand gesetzt.
Es wird immer wieder von diversen Umweltorganisationen gemahnt, es sei kurz vor Zwölf.-Doch wir sind schon lange Zeit weit, weit drüber hinweg.
Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis unser Ast bricht. Die Frage ist, wie tief wir dann fallen werden.

Treffen sich zwei Planeten… Quelle: DerEinzige & traumfahne.de

So. Und nun darf mit Wattebäuschchen und Kalorienbomben nach mir geworfen werden.  😉
Mein Kopf bleibt aber bitte dran. *schmunzel*

Viel Spaß. 😀

LG&BB
Siat