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Tag der Geschwister

Das fünf-tägige Lichterfest Divali neigt sich dem Ende zu.
Heute ist der letzte Tag, an dem ein ganz besonderes Fest gefeiert wird: Bhai(ya) Dooj.
Regional wird es etwas unterschiedlich benannt, doch die Beutung des Festes ist überall dieselbe.
Bhai bedeutet in Hindi „Bruder“, und Dooj bezeichnet den zweiten Tag nach Neumond.
Es ist eines von zwei Festen, das die Liebe und Zuneigung zwischen Bruder und Schwester feiert, und an dem die geschwisterlichen Banden zwischen Bruder  und Schwestern gefestigt werden.
Raksha Bandhan (wrtl.: „Band/Knoten des Schutzes“) , das zweite dieser Feste, wird Anfang August gefeiert, doch im Gegensatz zu Bhai Dooj ist dies auch die Gelegenheit Bruder-Schwester-Beziehungen zwischen nicht-verwandten Männern und Frauen zu feiern, wie z.B. zwischen Cousins und Cousinen, Freunden und Freundinnen usw. .

Eine Schwester segnet ihren Bruder mit einem Tilak. Quelle: Wikimedia.com

Schwestern vollziehen an ihren Brüdern eine sog. Tika-Zeremonie, bei der sie vor ihrem Bruder ein heiliges Licht schwenken (sog. Aarti) während sie ihren Segen dabei aussprechen, und ihm eine Tika (kurz: ein Segensmal) auf die Stirn auftragen. Danach umbinden sie das Handgelenk ihres Bruders mit einem speziellen Band, Rakhi oder Kalawa genannt (hat regional auch andere Namen), dass ihre Bindung symbolisiert. Anschließend füttert sie ihn mit Süßigkeiten.
Mit diesem Ritual bitten die Schwestern um ein langes, glückliches Leben und um das Wohlergehen ihrer Brüder.
Im Gegenzug versprechen die Brüder ihren Schwestern, das Leben lang immer für sie dazu sein, sie zu schützen und in allen Lebenslagen und Situationen zu ihnen zu stehen.
Es ist also ein Fest, an dem die Bande zwischen Brüdern und Schwestern erneuert und gefestigt werden.

Liebig-Sammelbild zu dem Märchen „Brüderchen und Schwesterchen“ nach den Gebrüdern Grimm. QWuelluelle des Bildes: Bitte Bild klicken.

Brüderchen und Schwesterchen
Geschwister zu haben kann sowohl Fluch als auch Segen sein. 😉
Besonders diejenigen, die ein angespanntes, oder gar zerstörtes Verhältnis zum Bruder oder/und zur Schwester haben, werden dies kennen.
Ich darf mich sehr glücklich schätzen, dass ich mich mit meinem Bruderherz sehr gut verstehe, und das eigentlich so lange ich denken kann.
Klar gab es auch bei uns kleinere Querelen als wir noch Kinder waren. Doch schlimme oder uns gar entzweiende Streitereien gab es zwischen uns, der Göttin sei´s gedankt, nicht.
Ich liebe mein Brüderchen sehr, und ich bin froh ihn zu haben. Und ich erinnere mich auch gern an unsere gemeinsame Kindheit zurück. An unsere Spiele. An die Zeit, die wir mit unseren Großeltern verbrachten. An die Ausflüge mit unseren Eltern. Die Zeit in der Jugendgruppe mit unserer Cousine.
Und noch so vieles mehr.

Klein-Siat und Brüderchen
Klein-Siat und Brüderchen

Er ist einer der Menschen, die ich ganz besonders vermisse, seit ich aus Hamburg weg bin.

Ich weiss gar nicht, ob sich mein Bruderherz noch daran erinner kann, aber unsere Großeltern haben uns immer gern mit Brüderchen und Schwesterchen aus dem gleichnamigen Grimms-Märchen verglichen, und mir eingeprägt, dass ich immer gut auf mein Brüderchen aufpassen sollte.
Ich glaube *lächel*, das hätte ich auch so getan. Er war und ist mir sehr wichtig, und mir würde ohne ihn ein großes Stück in meinem Leben fehlen.
Für mich ist mein Bruder ein Segen, und ich habe nie begreifen können, wenn andere sich über ihre Brüder (oder Schwestern) ausließen oder erzählten, wie bei ihnen die Fetzen flogen, sie sich gegenseitig die Pest an den Hals wünschten oder Schlimmeres.
Es gibt nur wenige Dinge von denen ich sagen kann, dass diese unsere Beziehung zu einander zerstören oder trüben könnten.
Was das ist, das weiß mein Brüderchen zum einen aus der Vergangenheit raus, zum anderen,  weil wir auch darüber redeten.

Geschwister-ähnliche Beziehungen/Seelenverwandtschaft
Vermutlich kennen viele das Gefühl einer besonderen Verbundenheit mit einer Person. Das Gefühl, als würde man sich schon ewig kennen und von einer Vertrautheit, die man sich nicht erklären kann.
Oder man kennt sich schon so viele Jahre, dass man den anderen in- und auswendig kennt. Oder man hat schon so viele Dinge miteinander durchgemacht, die einen fest zusammen schweißten.
An Bhai Dooj und Raksha Bandhan werden auch diese geschwister-ähnlichen Verbindungen gefeiert.
Auch in dieser Hinsicht fühle ich mich reich gesegnet, und ich bin dankbar dafür, dass ich auch Frauen und Männer an meiner Seite habe, die ich zu meiner Seelenfamilie, zu meinen Schwestern und Brüdern zählen darf.

Nur Frauen und Männer ?!
Tatsächlich waren sowohl Bhai Dooj als auch Raksha Bandhan Feste, die nur der Verbindung zwischen Schwester und Bruder galt und die geschwisterlichen Beziehung von Schwester und Schwester bzw. Bruder und Bruder außen vor ließen.
Die Gründe dafür mögen vermutlich darin liegen, dass eine Frau ja nach der Hochzeit das elterliche Haus verließ und es mit Schande verbunden war, wenn eine Ehe scheiterte, weil die Frau z.B. von ihrem Mann oder den Schwiegereltern misshandelt wurde oder ähnliches, und die Frau ihren Mann verlassen wollte.
Letztlich hingen (und hängen) Hochzeiten ja auch mit vielen materiellen Ausgaben für die Eltern der Frauen zusammen (angefangen von der Aussteuer über die Ausrichtung der Hochzeitsfeier etc.), und eine Tochter dann „zurück zu nehmen“… Galt lange Zeit als Tabu.-Auch heute noch haben es Frauen in Indien leider nicht leicht, wenn eine Ehe scheitert(e).
Die Feierlichkeiten von Bhai Dooj und Raksha Bandhan waren/sind Gelegenheiten für die Frauen, die Häuser der Männer zu verlassen und ihre Familien zu Besuch. Die Bande mit ihrer Familie und v.a. mit ihren Brüdern zu stärken.
Und es setzte trotz allem ein Zeichen, dass die Frau auf die Unterstützung und Hilfe ihrer Anverwandten (bzw. ihrer Brüder) zählen konnte.

Doch es finden mittlerweile Veränderungen statt.
Schutz, für einander einstehen, den anderen verteidigen, für einander in allen Lebenslagen da zu sein… Das können schließlich auch Schwestern oder Brüder füreinander.
Oder Cousinen, oder oder oder.
So ist es mittlerweile kein Tabu mehr, das Band der Liebe und Freundschaft zwischen Schwestern oder Brüdern zu feiern, zwischen Freundinnen, bzw. Freunden…

Sie entwickeln sich zu Festen, die jegliche geschwisterliche Verbindung feiert, an dem diese gestärkt und das Versprechen des gegenseitigen Schutzes, des Für-einander-da-seins und der gegenseitigen Fürsorge gesprochen wird.

In diesem Sinne möchte ich heute an alle denken, die neben meinem wundervollen Bruderherz  wie Schwestern und Brüder an meiner Seite sind.
Bei denen ich mich geborgen und behütet fühle, und bei denen ich weiss, das ich mich immer auf sie verlassen kann.
Auch dann, wenn wir uns selten sehen oder hören.

Möget Ihr immer behütet und beschützt sein, und der Segen des Göttlichen, wie immer Ihr es nennen möget, auf Euch scheinen und Euch an jedem Tag Eures Lebens begleiten.
Und möget Ihr Euch immer dran erinnern, dass ich, egal was kommt, für Euch da bin, so wie Ihr auch für mich da seid.

Danke, dass es Euch gibt!
In Liebe
Eure
Siat/Danny

Quelle: Wikipedia.de

 

 

Ganesh Chaturthi-Mythen (Teil 1): Von der Geburt Ganeshas

Om Shri Ganeshaya namah.
Ekandantham mahakayam thaptha kanchanna sannibham
Lambhodharam visalaksham Vandeham ganayakam.


Ich grüße den Gott,

der Führer der Ganas (1) ist
Ihn, der nur einen Stoßzahn hat
Ihn, der einen sehr goßen Körper hat
Ihn, der wie geschmolzenes Gold erscheint,
Ihn, der eine sehr großen Bauch
und weite Augen hat.

Wie um jeden Festtag, so ranken sich auch um Ganesh Chaturthi eine Vielzahl von Mythen, die sich je nach hinduistischer Strömung, Region, Interpretation und auch nach Erzähler unterscheiden.

Ich habe den Versuch unternommen, die unterschiedlichen Mythen und ihre Variationen zusammen zu tragen, die ich im WWW finden konnte. Es gibt leider wenige gute deutsche Seiten, so dass ich mich auf Englisch-sprachige Quellen konzentriert habe.
Bei den Übersetzungen habe ich mich darum bemüht, möglichst nah am entsprechenden Ursprungstext zu bleiben, doch ich habe mir der besseren Lesbarkeit halber auch erlaubt, hier und da etwas freier zu übersetzen und etwas zu verändern.

 

Shri Ganeshas Geburt und wie Er zu Seinem Elephantenkopf kam
Jede der überlieferten Puranas (2) enthält eine andere Beschreibung der Geburt Ganeshas.
Manche berichten davon, dass Ganesha durch Shiva erschaffen wurde und wieder andere erzählen davon, dass Shiva und Parvati Ganesha gemeinsam erschufen.
Die Mehrzahl von ihnen berichtet jedoch davon, dass Parvati diejenige war, die Ihn formte und ihm Leben einhauchte.
Die früheste Erzählung über Ganeshas Geburt ist in den späten Puranas zu finden, die um das 6.Jhd. n. Chr. datieren. Berichte, die in den eigentlich früheren Schriften zu finden sind, wurden nachträglich eingefügt und datieren in den Zeitraum des 7. bis 10. Jhd. n. Chr..

 

Ganesha Geburt Künstler/Artist: unbekannt/unknown
Ganesha Geburt
Künstler/Artist: unbekannt/unknown;  Quelle: unnatisilks.com

 

Aus der Shiva Purana
1:
Die Tür zu Parvatis Wohnung wurde von Shivas Begleitern Nandi und Bhringi bewacht, doch Parvatis Begleiterinnen Jaya und Vijaya mochten das nicht. Sie hielten es für angemessen, dass Parvati einen eigenen Wächter hatte, der nur Ihr allein diente und Ihr mehr verpflichtete war als Shiva, denn schließlich waren es Parvatis Gemächer, und nicht die Ihres Gatten.
Außerdem hatte Shiva die Angewohnheit in den unpassendsten Momenten einzutreten, und wurde davon nie von Nandi und Bhringi abgehalten.
Jaya und Vijaya baten Parvati darum, etwas dagegen zu unternehmen.
So nahm diese etwas Lehm von einem Teich und formte daraus Ihren hübschen Sohn, dem Sie Leben einhauchte. Sie kleidete ihn in kostbare Gewänder, schmückte Ihn mit Juwelen und gab ihm den Namen Ganesha. Sie beauftragte Ihren Sohn damit vor dem Tor Wache zu halte und niemanden einzulassen.
Ganesha nahm einen Stab zur Hand und trat seinen Dienst als Wachposten an, während Seine Mutter ein Bad nahm.

Schließlich kam Shiva mit Seinen Begleitern zurück. Er wurde von Ganesha gestoppt, der Ihn fragte wohin Er wolle, und Ihm mitteilte, dass es niemandem erlaubt sei  einzutreten, weil Seine Mutter grade ein Bad nahm.
Als Shiva seinen Namen nannte, wurde Er weder von Ganesha erkannt noch eingelassen. Darauf versuchte Shiva, den Jungen zu ignorieren und sich Zutritt zu verschaffen, doch Ganesha begann Ihn mit Seinem Stab zu schlagen.
Nun wurden Shivas Gefährten Nandi und Bhringi damit beauftragt, diesem Emporkömmling eine Lektion zu erteilten und zu beseitigen. Doch Sie wurden beide von Ganesha auseinander genommen. Nandi versuchte das eine Bein von Ganesha zu fassen, Bhringi das andere, doch Ganesha riß eine hölzerne Tür aus und verprügelte die beiden so sehr, dass sie die Flucht ergriffen.

Während dessen waren alle Götter, Göttinnen und Weisen hinzugekommen um zu sehen, was dieser Tumult zu bedeuten hatte. Shiva bat Brahma, den Schöpfer, mit dem Jungen zu reden und ihn zu beschwichtigen, doch als dieser ging und versuchte, mit dem Jungen vernünftig zu reden, sondern hielt dieser Ihn für einen Diener Shivas, weil Er Ihn nicht kannte, griff nach dem Gott und zerrte so heftig an dessen Bart, dass dieser in Schmerzen davon floh.
Das Ganze begann sich zu einer Sache zu entwickeln, in der Parvati Ihren Stolz in Gefahr sah. Die Götter begannen, Ganesha mit allen möglichen Waffen anzugreifen,  so stattete Sie Ihren Sohn ebenfalls mit einer Vielzahl von Waffen aus. Doch Ganesha konnte sich gegen Sie alle durchsetzen und sie zurückschlagen.
Schließlich meinte Vishnu zu Shiva, dass der Junge nur durch eine List zu töten sei, anders sei er wohl nicht zu besiegen.
Ganesha schleuderte Vishnu seinen Streitkolben entgegen und verletzte Ihn erheblich, mit einem anderen schlug er Shivas Bogen nieder.
Zwischen Vishnu und Ganesha entbrannte ein harter Kampf, in dem Ganesha mit Seinem Streitkolben und Vishnu mit seinem Wurfdiskus kämpften. Während dieses Duell wütete,  schlich sich Shiva von hinten an Ganesha heran, und enthauptete Ihn schließlich mit Seinem Dreizack.
Dies war der Hinterhalt, der von Vishnu geplant worden war.

Als Parvati vom Tod Ihres geliebten Sohnes erfuhr, wurde wurde Sie sehr zornig und Sie machte sich auf, das Universum zu zerstören. Alle wurden in großen Schrecken versetzt, und Narada, der himmlische Weise, wurde als Bote zu Ihr gesand, um Sie zu besänftigen.
Doch die Gattin Shivas war nur unter zwei Bedingungen bereit dazu nachzugeben:
Die Erste war, dass Ganesha wieder zum Leben erweckt wurde, die zweite, dass Er als Gott von allen anderen akzeptiert und alle göttlichen Rechte genießen sollte. Diese Bedingungen wurden sogleich akzeptiert. Ganeshas kopfloser Körper wurde gereinigt und gebadet, doch Sein Kopf wurde nicht gefunden.
Er war im Eifer des Gefechtes verloren gegangen.
Da schickte Shiva Seine Diener mit dem Auftrag aus, mit dem dem Kopf des ersten Lebewesens zurück zu kehren, das sie sahen. Dies war ein Elephant mit nur einem Stoßzahn.
Der Elephantenkopf wurde auf dem Körper angebracht und die Dreiheit Brahma, Shiva und Vishnu vereinigte Ihre Kräfte, um dem Körper wieder Leben zu geben.
Shiva nahm darauf Ganesha als Seinen Sohn an, und er machte Ihn zum Herrn über Seine Diener, den Ganas. Aus diesem Grunde wird der elephantenköpfige Gött „Ganapati“ genannt. Außerdem verkündete Shiva, dass jede Verehrung, jedes Ritual und Opfer für und an alle Göttinnen und Götter nutzlos und unvollkommen seien, wenn nicht vorher Ganesha verehrt wurde.
Variante:
Eine Legende erzählt, das Parvati Ganesha aus einer Sandelholz-Paste formte, die Sie bei Ihrem Bad zur Reinigung verwendete, und Ihm dann Leben einhauchte.
Er sollte vor der Tür des Bades Wache halten, während Sie Ihr Bad nahm.
Während dessen kehrte Shiva nach Hause zurück, doch Ganesha, der Shiva nicht kannte, ließ Ihn nicht eintreten.

Erschaffung Ganeshas durch Parvati Künstler/Artist: unbekannt/ unknown; Quelle: shreeganesh.com
Erschaffung Ganeshas durch Parvati
Künstler/Artist: unbekannt/ unknown; Quelle: shreeganesh.com

Shiva würde wütend und befahl seinen Ganas, dem Kind eine Lektion zu erteilen.
Ganesha war als Kind Parvatis, der Personifikation Shaktis (3), sehr mächtig.
Er besiegte die Ganas und verkündete, dass es niemandem erlaubt sei, einzutreten während Seine Mutter badete.

Narada, der himmlische Weise und die Saptarishi (4) fühlten große Aufruhr erwachen und versuchten den Jungen zur Vernunft zu bringen. Doch ohne Erfolg.
Wütend griff Indra, der König der Götter, den Jungen mit seiner gesamten himmlischen Armee an, doch sie hatten gegen Ihn keine Chance. Inzwischen hatte sich das Ganze zu einem Streit zwischen Shiva und Parvati entwickelt.
Als die Götter besiegt waren, bereitete die große Dreiheit, Brahma, Shiva und Vishnu, einen Angriff auf Ganesha vor.
Während dieses Angriffs enthauptete Shiva den Jungen mit Seinem Dreizack, und zog damit Parvatis Zorn auf sich.

Als Sie Ihren Sohn tot da liegen sah, offenbarte Sie voller Zorn Ihr wahres Selbst als Adi-Shakti, die aller höchste Kraft, die das ganze Universum erfüllt und alle Materie erhält.
Ihre schreckliche Form annehmend schwor Sie, das Universum zu zerstören, in dem Ihr Sohn ermordet worden war, und ein besseres zu erschaffen.
Die Götter warfen sich vor Ihr nieder und Shiva versprach Ihr, Ihren Sohn wieder zu beleben.
Die Dreiheit jagte durch die Welt um einen Kopf zu finden und fanden schließlich eine Elephantenmutter, die um Ihr totes Baby trauerte.
Sie trösteten die Mutter und befestigten den Kopf des Elephantenbabies auf dem kopflosen Körper.
Shiva verkündete danach, dass der Junge von diesem Tag an Ganesha (5) genannt werden sollte.

 

2:
Shiva hatte viele Diener, darunter Nandi und Bhringi. Diese hatten den Auftrag, die Tür zu bewachen.
Eines Tages verließ Shiva das Haus und Parvati beschloss, ein Bad zu nehmen.
So befahl Sie Nandi, vor dem Haus Wache zu halten und niemanden hinein zu lassen.
Doch als Shiva zurück kehrte, stoppte Nandi Ihn nicht, sondern ließ ihn ungehindert passieren.
Parvati wurde darüber sehr wütend, und am nächsten Tag nahm Sie Staub von Ihrem Körper und formte daraus den Körper einen Jungen. Er war wunderschön und Parvati herzte und küsste Ihn, und gab Ihm den Namen Ganesha.
Als Sie Ihn ansah, war Sie sehr zufrieden, reichte ihm einen großen Stab und befahl Ihm, niemanden herein zu lassen während Sie ein Bad nahm.-Nicht einmal Shiva.
Der Junge setzte sich dann vor die Tür.

In der Zwischenzeit kam Shiva nach Hause und sah den fremden Jungen vor der Tür sitzen.
Beide kannten einander nicht, und als Shiva ins Haus gehen wollte, versperrte Ihm der Junge den Weg.
Shiva fragte Ihn, wer Er sei, dass Er es wage, Ihm den Weg zu versperren. Der Junge entgegnete jedoch, dass Er nicht eintreten dürfe, weil Seine Mutter grade ein Bad nehme.
Es entbrannte zwischen den beiden ein Streit, denn Shiva wusste nichts von einem Sohn.
Um einem Kampf zuvor zu kommen, schickte Shiva einen Seiner Diener zu Ganesha, um Ihm zu erklären, dass Er Parvatis Gatte sei und Er nur Sein Haus betreten wollte, doch Ganesha hörte auf niemanden.
Im Gegenteil. Er schlug Shivas Diener in die Flucht.
Shiva entsandte alle Devas (6) gegen den Jungen, doch auch diese wurden von Ihm besiegt.
Schließlich zog Shiva selbst in den Kampf  und enthauptete den Jungen mit Seinem Trishul (7).

Als Parvati vom Tod Ihres Sohnes erfuhr, wurde Sie sehr traurig und wütend.
Sie hatte gehört, dass Ihr kleiner Sohn ganz alleine gegen alle anderen Devas gekämpft hatte, und nun bejubelten Sie Seinen Tod.

Voller Zorn erschuf Sie aus Sich selbst heraus tausende Devis (8) und sandte diese aus, um die Devas zu töten. Sie gehorchten, und töteten viele von Ihnen.
Brahma, Vishnu, Narada und alle anderen Devas kamen vor Parvati und flehten Sie an, Sich wieder zu beruhigen und die getöteten Devas wieder zum Leben zu erwecken, doch die Göttin entgegnete, dass Sie nur dann dazu bereit sei, Ihnen wieder das Leben zu schenken, wenn Ihr Sohn wieder ins Leben zurück kehrte.

Daraufhin sandte Vishnu einige Devas mit dem Befehl aus, jemanden zu finden, der mit dem Kopf Richtung Norden (9) schlief, ihm den Kopf abzuschneiden und diesen dann mitzubringen.
Die Devas führten den Auftrag sogleich aus und kehrten schließlich mit dem Kopf eines Elephanten zurück, den Vishnu auf dem Körper des Jungen befestigte und Ihn dann wieder ins Leben zurück rief.
Nachdem Parvati die getöteten Devas wieder ins Leben zurück gerufen hatte, brachten alle Devas den Vorschlag vor Shiva, dass er den Jungen zu Ihrem Anführer machen möge. Shiva war von diesem Vorschlag sehr angetan, und so segnete er Ganesha und verkündete, dass Er der Beseitiger aller Hindernisse sein, von allen anderen zu erst verehrt werden, und von nun an der Anführer aller Devas sein sollte.
Außerdem sprach Er: „Gesegnet sollen die sein, die Dich am 4. Tag nach Neumond des Monats Bhadrapada verehren!“

Künstler/Artist: Pieter Weltevrede; Quelle: sanatasociety.com
Künstler/Artist: Pieter Weltevrede; Quelle: sanatansociety.com

Variante:
Nandi sollte einst vor Parvatis Haus Wache halten.
Da Er gleichzeitig und in erster Linie Shivas Diener war, konnte Er sich gegen Shivas Anordnungen nicht widersetzen.
Aus diesem Grund erschuf Parvati aus Kurkuma-Paste, die Sie zur Reinigung Ihrer Haut verwendete, einen Jungen, der Wache halten sollte.
Sie hauchte Ihm Leben ein und nannte Ihn Ganesha.
Sie stattete Ihn mit einem Stab aus und gebot Ihm, sich draußen vor die Tür zur setzen und jedem den Eintritt zu verwehren, so lange Sie im Bad war.

Während Sie badete, kam Shiva nach Hause und begehrte Einlass. Doch Ganesha, ganz der gehorsame Sohn, verwehrte Ihm den Eintritt.
Es entbrannte ein Streit zwischen Ihnen und Shiva sandte Seine Ganas, um gegen den Jungen zu kämpfen.
Doch Ganesha besiegte Sie alle.
Shiva bat Brahma zu kommen und in der Gestalt einen friedfertigen Brahmanen Ganesha zum Zuhören zu bewegen und den Streit zu beenden.
Doch Ganesha hörte nicht auf Ihn.
Schließlich bat Shiva Karttikeya und Indra einzugreifen und Ihre Armeen zu mobilsieren, doch Ganesha hielt allem Stand und schlug Sie Dank des Eingreifens von Kali und Durga in die Flucht, die von Parvati gesand worden waren, und die furchtbar wütend wegen des Angriffes auf Ihren Sohn war.
Schließlich entschloss sich Shiva dazu, selbst in den Kampf zu ziehen.
Während Ganesha grade dabei war gegen Vishnu zu kämpfen, schlich Er sich aus dem Hinterhalt an und köpfte den Jungen.

Parvatis Rache war schrecklich:
Sie erschuf unzählige Göttinnen und befahl Ihnen, alle Ganas und Devas zu verschlingen, die für den Tod Ihres Sohnes verantwortlich waren.
Zu tiefst erschreckt flehten Brahma und Vshnu um Gnade, im Gegenzug verlangte die Göttin, dass Ihr Sohn wieder zum Leben erweckt wurde.
Und Sie verlangte noch etwas anderes: Ab diesem Zeitpunkt sollte Ganesha vor allen anderen Göttern verehrt werden.

Shiva sandte Seine Ganas aus, um den Kopf des ersten Lebewesens zurück zu bringen, das Sie mit dem Kopf Richtung Norden liegend finden würden.
Das erste so schlafende Lebewesen war ein Elephant und so brachten Sie dessen Kopf zurück zum Berg Kailash.
Shiva befestigte den Kopf auf dem Torso des Jungen und belebe Ihn wieder.
Parvati war außer sich vor Freude und umarmte Ihren nun elephantenköpfigen Sohn, der von Shiva  Ganesha genannt wurde.

 

Aus der Brahma Vaivarta Purana
1:
Parvati, die sich sehnlichst einen Sohn wünschte, unterzog sich auf Shivas Rat hin einem Vratha (10) von einem Jahr, um Vishnu dazu zu bewegen, Ihren Wunsch zu erfüllen. Nachdem dieser Zeitraum vergangen und das Vratha erfüllt war, verhieß Vishnu Ihr, dass Er selbst in jedem Zeitalter als Ihr Sohn inkarnieren würde.
So gebar Sie Krishna, ein wundervolles, bezauberndes Kind, dessen Geburt groß gefeiert werden sollte und zu dem alle Götter und Göttinnen eingeladen wurden, um das Kind zu sehen.
Shani (11), der Sohn Suryas (12), zögerte jedoch damit, sich den Säugling anzusehen, denn Er war mit dem Blick der Zerstörung verflucht worden.
Doch Mutter Parvati bestand darauf, dass Er sich das Kind ansehen möge, worauf hin Er Seinen Blick auf das Kind warf.
Im selben Augenblick fiel der Kopf des Kindes ab und flog  nach Goloka, dem Reich Krishnas.
Als Vishnu Shiva und Seine Schwester Parvati voller Trauer sah, bestieg Er Sein Reittier Garuda (13) und machte sich auf zum Fluss Pushpa-Badhra.
Von dort brachte Er den Kopf eines Elephantenkalbes mit, vereinte ihn mit dem kopflosen Körper des Kindes und belebte Ihn wieder.
Das Kind wurde Ganesha genannt und alle Götter segneten Ihn damit, dass Sie keinerlei Vehrehrung und Anbetung entgegen nehmen würden, wenn nicht zuvor Er verehrt worden war.

Shanis Fluch Künstler/Artist: unbekannt/unknown; Quelle: backtogodhead.in
Shanis Fluch
Künstler/Artist: unbekannt/unknown; Quelle: backtogodhead.in

2:
Als Ganesha geboren wurde, war Shiva äußerst glücklich. Er und Parvati wollten dieses Ereignis feiern, und so luden Sie alle Devas ein, um die Geburt zu feiern.
Nachdem die Riten zur Geburt und der Namensgebung vollzogen waren, kamen alle Götter um Ihn zu sehen, Ihm Ihren Segen zu geben und Ihm Geschenke darzubringen.
Parvati hatte Ganesha auf Ihren Schoß sitzen, und Shiva saß nah an Ihrer Seite.
Brahma, Indra, Vishnu, Agni, Varuna… die Götter kamen einer nach dem anderen um Ihn zu segnen und Ihm Geschenke zu bringen.
Sie nahmen Ihn auf Ihren Schoß, betrachteten Ihn, segneten und beschenkten Ihn, und gingen dann wieder.
Zum Schluss kam Shani Deva. Er gab dem Kind Seinen Segen und ein Geschenk, wie die anderen, doch Er vermied es, das Kind anzusehen. Sein Gesicht hatte Er weggedreht.

Shiva sprach Shani darauf an, und bat Ihn, doch das Kind anzusehen, wenn Er es segnete, doch dieser wehrte ab und versuchte Shiva daran zu erinnern, dass Sein Blick nicht gut, sondern schädlich sei, und Er wolle an diesem Tag keine Katastrophe für das Kind heraufbeschwören.
Shiva konnte Shanis Worten nicht zustimmen, sondern bedrängte Ihn weiter, dass Er sich Ganesha ansehen möge.
Schließlich gab Shani nach, doch nicht, ohne Shiva daran zu erinnern, dass Er dies nur auf Sein Verlangen hin tue und Shiva die volle Verantwortung trüge, falls ein Unglück geschehen sollte.
So wandt Er Seinen Blick und sah den Knaben an.
Kaum hatte Er das Kind mit halben Auge angesehen, da trennte sich auch schon der Kopf vom Rumpf.
Entsetzt davon rief Shiva, was Er Seinem Sohn angetan habe. Er sollte Ihn doch bloß angucken.
Der Gott des Saturns konnte sich jedoch nur mit zusammengelegten Händen vor Shiva verbeugen und erwidern, dass Er Ihn gewarnt habe, Er Seine Warnung jedoch nicht ernstgenommen hätte und nun nichts tun könne.
Dann ging Er Seiner Wege.

Parvati begann über den Tod Ihres Sohnes zu weinen, und auch Shiva war sehr traurig.
Nachdem Er einen Augenblick nachgedacht hatte, rief Er Seine Ganas zu sich und beauftragte Sie damit, ein Neugeborenes zu finden, dessen Mutter mit dem Rücken zu Ihm liegen würde, und diesem den Kopf anzutrennen und mitzubringen.

Die Ganas liefen hierhin und dorthin, doch Sie fanden kein Neugeborenes, dessen Mutter sich von ihm abgewand hatte und mit dem Rücken zu ihm schlief.
Jedes Kind, das Sie fanden, ruhte in der Umarmung seiner Mutter an ihrer Brust.

Doch dann fanden Sie eine Elephantin, die mit dem Rücken zu Ihrem Jungen schlief.
Sofort trennten Sie den Kopf ab und kehrten mit Ihm zurück.
Shiva setzte unverzüglich den Kopf auf den Rumpf und erweckte den Jungen wieder zum Leben.

 

Aus der Padma Purana
Die Padma Purana berichtet davon, dass Parvati eines Tages Ihren Körper vor Ihrem Bad mit einer Paste einrieb.
Als sie diese wieder beseitigt hatte, schuf Sie aus den Resten der Paste einen Körper.
Der Kopf erhielt die Form eines Elephanten.
Während Ihres Spieles im Wasser warf Sie die Figur in das Wasser des Ganges.
Mutter Ganga, die eine Freundin Parvatis war, ließ Ihn wachsen, und zu Parvatis großer Freude wurde Er lebendig.
Parvati nahm Ihn als Ihren Sohn an, aber auch Ganga nannte Ihn Ihren Sohn.

 

Aus der Linga Purana
In ihr wird erzählt, dass Ganesha von Shiva erschaffen wurde, um über die Asuras und andere Feinde der Götter zu siegen.
Die Götter hatten sich an Shiva gewandt, weil Sie von den Bösen gequält wurden, und Seine Unterstützung erbitten wollten.

Shiva stimmte zu, und das Bild eines wunderschönen Kindes entstand aus Seinem Geist.
Es hatte den Kopf eines mächtigen Elefanten und schwang einen Dreizack in einer Hand.
Die Götter waren erfreut darüber den Knaben zu sehen, der aus Shivas Kopf entsprungen war, und der Sie seit dieser Zeit vor allem beschützte.

Als Parvati den wunderschönen Knaben sah, nahm Sie Ihn auf Ihren Schoß verkündete, dass kein menschliches oder göttliches  Unternehmen je erfolgreich sein würde, sollte Ganesha nicht vorher verehrt worden sein.
Dann verkündete Shiva, dass Er der Herr der himmlischen Heere, der Ganas, sein sollte, und gab Ihm den Namen „Ganapati“ (14).

 

Aus der Varaha Purana
Ganesha erschien einst als wundervoller, hübscher junger Mann von der schimmernden Stirn Shivas, der in tiefer Meditation versunken war.
Dieser Sohn, der aus Shivas Geist geboren war, war ein überwältigend schöner, menschlicher Junge.
Parvati war enttäuscht  darüber, dass der Junge ohne Ihr Zutun erschaffen wurde.
So wünschte Sie, dass Sein Kopf der eines Elephanten werden sollte.
Als Sie den elephantenköpfigen Jungen sah, verliebte Sie sich augenblicklich in Ihn und verkündete, dass jegliches göttliches und menschliche Unterfangen fehlschlagen würde, wenn nicht Ganesha vorher verehrt worden wäre.

 

Aus der Suprabhedagama
Die Suprabhedagama beschreibt die Geburt Ganeshas etwas anders.
Hier besuchten Parvati und Shiva einen tiefen Wald in der Nähe des Himalaya.
Dort sahen Sie ein Elephanten-Paar, das sich paarte.
Aus Spaß beschlossen Sie, es ihnen gleich zu tun und nahmen die Gestalten von Elephanten an.
Aus dieser Vereinigung wurde dann später der elephantenköpfige Ganesha geboren.

 

Verschiedene Varianten
1.

Eine andere Überlieferung erzählt, dass Parvati einmal Ihr benutzes Badewasser in den Ganges schüttete und dieses von der elephantenköpfigen Göttin Malini getrunken wurde, worauf diese schwanger wurde.
Daraufhin gebar Sie ein Kind mit vier Armen und fünf Elefantenköpfen.
Mutter Ganga, die Flussgöttin, beanspruchte das Kind für sich, doch Shiva verkündete, dass das Kind Parvatis Sohn sei.
Er vereinigte die fünf Köpfe zu einem und nannte Ihn „Vighnesha“ (15).

 

2.
Shiva erschlug einst einen Sohn des Weisen Kashyapa, Aditya mit Namen.
Er brachte ihn zwar zum Leben zurück, doch das konnte den rasenden Zorn des Weisen, der einer der sieben großen Weisen war, nicht beruhigen. In seiner Wut verfluchte Kashyapa Shiva, dass Sein Sohn den Kopf verlieren würfe. Als sich dieser Fluch erfüllte, wurde der Kopf von Indras Elephanten dazu benutz, um den verlorenen Kopf zu ersetzen.

 

3.
Einst wurde Shiva von den anderen Göttern, Göttinnen und Weisen aufgesucht, nachdem Sie über die Tatsache sinniert hatten, dass es keine Hindernisse für die Ausführung von guten oder schlechten Taten gab. Sie baten Shiva darum ein Wesen zu erschaffen, dass sich den schlechten Taten und den Sünden entgegen stellte.
Shiva dachte eine Weile darüber nach, wie Er in dieser Angelegenheit helfen könnte, und wandte sich dann an Parvati. Als Er Sie ansah, entsprang Seinem hell strahlenden Antlitz ein strahlender Jüngling voller Schönheit und ausgestattet mit allen Qualitäten Shivas. Alle anwesenden Himmlischen waren von Seiner Schönheit begeistert und gefangen, doch Parvati was verärgert und eifersüchtig auf den Sohn Ihres Gatten.
So verfluchte Sie Ihn, dass Er hässlich sein sollte. Er sollte einen Kugelbauch und einen Elephantenkopf haben. Doch Shiva begegnete den Fluch damit, dass dieses Wesen, das Er erschaffen hatte, Ganesha, Sohn von Shiva und der Anführer von Shivas Heerscharen genannt werden sollte, dass Erfolg und Misserfolg von Ihm kommen und dass Er unter den Göttern und in allen spirituellen und weltlichen Angelegenheiten der Größte sein sollte. Und Er verkündete, dass Ganesha bei alle Anlässen und Ereignissen als erstes angerufen werden sollte. Die, die dies nicht beherzigten, sollten zum Misserfolg verdammt sein.

 

4. Shiva und der Dämon Gajasura
Variante 1:
Es lebte ein Asura (16) mit dem Namen Gajasura, der die Gestalt eines Elephanten besaß.
Dieser unterzog sich einer strengen asketischen Lebensweise und asketischen Übungen, um Shivas Gunst zu erlangen.
Shiva, der von Gajasuras Übungen sehr angetan war, entschied sich, ihm einen Wunsch zu gewähren.
So erschien Er dem Asura und fragte Ihn nach seinem Begehr. Dieser wünschte sich, dass von seinem Körper immer während Feuer ausginge, so dass sich ihm niemand nähern könne.-Und Shiva gewährte ihm den Wunsch.
Gajasura fuhr mit seiner asketischen Lebensweise, seinen Entsagungen und seinen Übungen fort, bis Shiva ihm ein weiteres Mal erschien und ihn wiederum fragte, was er sich wünsche.
Und diesmal antworte er Ihm, dass er sich wünsche, Shiva würde in seinem Bauch leben.
Auch diesen Wunsch erfüllte Er dem Dämon und ging in den Bauch des Dämons ein.
Shiva gilt generell als ein recht argloser, unschuldiger Gott (17), der leicht gütig zu stimmen ist und schnell die Wünsche seiner Anhänger erfüllt, was ihn nur allzu häufig in komplizierten Situationen bringt.

Parvati suchte Ihren Gemahl lange erfolglos, nachdem Er im Bauch des Dämonen eingekehrt war.
Schließlich bat Sie Ihren Bruder Vishnu um Rat. Dieser erwiderte, dass Sie sich keine Sorgen machen solle, denn Shiva sei Bhole Shankar, der immer umgehend die Wünsche Seiner Verehrer erfülle, ohne sich dabei Gedanken über die Konsequenzen zu machen. Aus diesem Grunde glaube Er, dass sich Shiva mal wieder in Schwierigkeiten gebracht habe. Er wolle herausfinden, was mit ihm passiert war.

Vishnu, der allwissende Leiter im kosmischen Spiel, inszenierte eine Komödie, in der er Nandi, Shivas Stier, in einen tanzenden Stier und sich selbst in einen Flötenspieler verwandelte, und so vor Gajasura auftrat.
Die Vorführung des tanzenden Stieres und Vishnus Musik versetzten den Asura in Ekstase, und er fragte den Flötenspieler, was er sich wünsche.
Der verkleidete Vishnu entgegnete, ob er Ihm tatsächlich geben könne, was Er sich wünsche. In seiner Überheblichkeit erwiderte Gajasura, das er Ihm sofort alles geben könne, was auch immer Er erbitten würde.
Daraufhin forderte der Flötenspieler, dass er Shiva aus seinem Bauch entlassen solle.
Da begriff Gajasura, dass es sich bei dem Flötenspieler um niemanden anderen als Vishnu handeln konnte, denn niemand sonst hätte sein Geheimnis erraten können.
So warf er sich vor dem großen Gott nieder. Als er Shiva befreit hatte, bat er um einen letzten Wunsch: Es sollte sich jeder an ihn, der von Shiva in so vielfältiver Weise gesegnet worden war, erinnern, indem sie seinen Kopf verehrten, nachdem er verstorben war.
Shiva erfüllte seinen Wunsch, in dem Er Seinen eigenen Sohn brachte, und dessen Kopf mit dem von Gajasura ersetzte.
Seit dieser Zeit muss Ganesha als Folge des Geschenkes von Shiva an Gajasura vor dem Beginn jeder Handlung und jeder Unternehmung  verehrt werden, damit sie erfolgreich werden kann.

 

Variante 2:
Es lebte einst ein Riese mit Namen Gajasura, der die Gestalt eines Elephanten hatte.
Gajasura unterzog sich strengen yogischen Übungen, um die Gunst Shivas zu erlangen.
Shiva, der mit den Anstrengungen Gajasuras sehr zufrieden war, beschloss ihm einen Wunsch zu erfüllen.
So erschien Er dem Riesen und fragte ihn, was er sich wünsche.
Gajasur bat Shiva, das Er in seinem Bauch leben möge. Shiva, gebunden an Sein Wort, gewährte ihm seinen Wunsch und ging in seinen Bauch ein.
Parvati sah nun Shiva für viele Tage nicht mehr  und Sie begann sich Sorgen zu machen. Auf der Suche nach Ihm durchstreifte Sie das gesamte Universum, doch Sie konnte Ihren Gatten nicht finden.
Schließlich machte Sie sich zu Vishnu auf und bat Ihn, Ihren Mann zu finden.
Vishnu verkleidete sich als Straßenmusikant und machte sich mit Nandi auf, Shiva zu suchen.

Sie kamen zu Gajasuras Stadt und Nandi führte für den den König einen Tanz auf, der mit der Aufführung sehr zufrieden und darüber sehr erfreut war.
Und er wollte Ihn dafür belohnen. Nandi bat um Shiva als seinen Preis.
Als Gajasura dies hörte verstand er, das sein Unterhalter niemand anders als Vishnu selbst war, und er wusste ebenso, dass Shiva nicht lebendig sein würde, ehe Er nicht heraus kam. So entließ er Shiva aus seinem Bauch.
Er betete Shiva an und bat Ihn, ihn in der Erinnerung der Menschen unsterblich zu machen.

Shiva schlug Gajasura darauf hin den Kopf ab und befreite ihn so vom Kreislauf des Geborenwerdens und des Sterbens.
Nach Seinem Sieg über den Riesen machte sich Shiva mit dessen Kopf auf den Weg zu Seiner Gemahlin auf dem Berg Kailash.
Als Parvati hörte, dass sich Shiva auf dem Rückweg befand, wollte Sie ein Bad nehmen, um ihn Willkommen zu heißen.
Da Nandi mit Vishnu gegangen war, um Shiva zu suchen, brauchte Sie jemanden, der vor der Tür Wache hielt.
So formte Sie aus Erde von Ihrem Körper einen Jungen, dem Sie Leben einhauchte und befahl, vor Ihrer Tür Wache zu halten. Sie nannte Ihn Vinayaka (18).

Als Shiva Heim kam, wurde Ihm der Weg durch einen Jungen versperrt, den Er nicht kannte, und der auch nicht wusste, wer Er war. Im Zorn köpfte Er den Jungen und betrat dann Sein Haus.
Parvati begrüßte Ihren Gatten herzlich, fragte Ihn dann jedoch, wie Er ins Haus gelangt sei.
Shiva erzählte Ihr von den Geschehnissen vor der Tür und Parvati wurde sehr traurig. Sie bat Shiva, dem Jungen wieder das Leben zu schenken.
Sofort setzte Shiva den Kopf Gajasuras auf den Körper des Kindes  und er wurde wieder lebendig.
Dies war der 4. Tag nach Neumond des Montas Bhadrapada. So wurde Ganesha an diesem Tag (wieder)geboren.

Um dieses Ereignis zu feiern, kamen alle Ganas vor Shiva und baten Ihn, Ganesha zu Ihrem Anführer zu machen. Nun hatten Shiva und Parvati bereits einen Sohn, namens Kumar (19).
Wer war nun der bessere Führer?
Da beschloss Shiva, die Beiden einen Wettstreit austragen zu lassen. Er sagte: „Wer von Euch schneller als der andere drei Runden um die drei Welten  schafft, der soll Gan Adhipati genannt werden.“

Kumar bestieg Seinen Pfau und begann Seine Reise. Vinayaka aber bekam nur eine Ratte als Reittier, obwohl es schnell gehen sollte.
Diese Herausforderung war nicht einfach, aber Ganesha konnte Seinem Vater gegenüber nicht ungehorsam sein. So ging er, nahm ein Bad  und umschritt Seine Eltern dreimal.
Dann berührte er Ihre Füße, erhob sich und sprach: „Nicht ist größer als die Eltern, so habe ich Euch umschritten und bitte um Euren Segen.“
Shiva und Parvati waren sehr überrascht und glücklich über seine Logik und Intelligenz, und segneten Ihn.
Nach einer Weile kam Kumar zurück und war überrascht darüber, dass Vinayaka bereits da war.
Wie konnte das sein, wo Vinayaka so früh da war, obwohl Er auf einer Ratte geritten war?
Shiva erklärte Ganesha zum Sieger. Ab diesem Zeitpunkt wurde Vinayaka „Ganadhish“, „Ganapati“ und „Ganesha“ genannt, und Er wurde von allen Ganas verehrt.

Erschaffung Ganeshas und wie Er Seinen Elephantenkopf bekam Künstler/Artist: unbekannt/unknown; Quelle: exoticindiaart.com
Erschaffung Ganeshas und wie Er Seinen Elephantenkopf bekam
Künstler/Artist: unbekannt/unknown; Quelle: exoticindiaart.com

(1) Begleiter/Diener Shivas
(2) Heilige Schriften des Hinduismus, die nach den Veden in der Zeit von 400 n. Chr. bis 1000 n. Chr. entstanden. Allerdings greifen sie oft auch auf deutlich ältere Inhalte zurück.
(3) Sanskr.: „Kraft“, „Macht“, „Wille“. Uranfängliche, kosmische Urkraft des Universums. Energie/Macht, die die dynamischen (weiblichen) Kräfte der Schöpfung (und des Göttlichen) verkörpert.  Alle Göttinnen sind (Ausdrucks)Formen Shaktis und Shakti verkörpert und offenbart sich in jeder Göttin.
(4) Gruppe von sieben Weisen
(5) Sanskr.: gana: „Gefolge“, iah: „Gebieter“, „Herr der Scharen“
(6) Sanskr.: deva: „Gott“; 1. allgemein Bezeichnung für „Gott“, 2. Wesenheiten, die sich auf einer höheren Ebene als die Menschen befinden, sich jedoch noch im Kreislauf der Wiedergeburten befinden.
(7) Dreizack
(8) Sanskr.: devi: „Göttin“
(9) Lt. Vaastu-Shastra (der ind. Lehre von der räumlichen Gestaltung und Ausrichtung von Räumen, Gebäuden, Städtebau usw.) ist der Süden die Richtung des Todes. Dh. wenn man mit dem Kopf Richtung Norden liegen hat, ist der Blick Richtung Süden gerichtet.
(10) Ritueller/s Eid/Versprechen, spezielle (religiöse) Handlungen und/oder Übungen für die Dauer eines bestimmten Zeitraumes durchzuführen, um einen speziellen Wunsch o.ä. von einer Gottheit gewährt zu bekommen.
Dazu gehören u.a. das Fasten (in unterschiedlichen Ausprägungen) , Pilgerreise, Puja, das Rezitieren von Mantren, das Lesen Heiliger Schriften und Feueropfer.
(11) Gott und Verkörperung des Saturn
(12) Gott der Sonne
(13) Reittier Vishnus; Halb-Mensch, Halb-Adler
(14) Sanskr.: „gan“: Schar, adhipathi:“Herr(scher), Gebieter, König“ „Gebieter der Scharen“
(15) Sanskr.: „Herr der Hindernisse“
(16) Sanskr.: „Dämon“, „böse Geister“. Gegenspieler der Devas, bzw. der „Lichtwesen“ (Suras). im Gegensatz zu der westlichen Vorstellung von Dämonen sind Asuras jedoch keine „Höllenwesen“ sondern eifersüchtige, neidische und ehrgeizige Wesenheiten, die die Devas bekämpfen. Wie die Devas unterliegen die Asuras dem Kreislauf der Wiedergeburt und können aus ihm erlöst werden.
(17) daher auch Seiner Namen „Bhole Shankar“ = „argloser/unschuldiger Gott, der leicht zu beschwichtigen ist“
(18) Sanskr.: „Entferner (von Hindernissen)“, „Der alle Hindernisse beseitigt“
(19) Anderer Name von Kattrikeya/Skanda/Muruga/Subrahman. Kriegsgott, Heerführer der Götter.