Es regt sich unter dem Frost

Es ist elend lange her, dass ich hier geschrieben habe.
Mittlerweile ist 2017 ja auch schon ein paar Tage alt.
Imbolc steht unmittelbar vor der Tür, und nachdem Schnee und klirrende Kälte langesam in den nun deutlich länger werdenden Tagen dahinschmelzen, scheine auch ich endlich wieder aufzuwachen.

Wie ich andern Orts bereits schrieb, war das vergangene Jahr für meinen Stern und mich ziemlich hektisch und stressig.
Ich begann im Januar ´16 bei einer neuen Arbeitsstelle, in der es dann reichlich hektisch wurde und Überstunden an Überstunden anstanden, weil uns ein Kollege, der für einen anderen Kollegen gekommen war, der uns verlassen hatte, von jetzt auf gleich hängen ließ.
Gut, er war noch in der Probezeit, und der junge Mann nun mal das: jung.  Direkt von der Schule (was ja jetzt per sé nix „Schlimmes“ ist *lach* ) und etwas… seltsame Einstellungen, was das Arbeitsleben betrifft (Überstunden?!? o.O Ich?!? Nenene! Nix da! -_- ) .
Naja, Ende war halt, das er natürlich nicht in der Praxis blieb.
Das schwierige war dann jedoch, einen Ersatz für ihn zu bekommen.
Ehrlich? Ich hätte nie erwartet, dass es sich als so schwierig erweisen würde, eine_e neue_n Kollege_in zu bekommen!
Für uns hieß es: Mehrarbeit … Bis Oktober/November, wo wir ENDLICH Unterstützung bekamen! *yay!*
Und glücklicher Weise auch zwei ganz tolle Kolleginnen!

Grundsätzlich war es damals wirklich die beste Entscheidung, meinen Arbeitsplatz zu wechseln.
Ich kann gar nicht sagen, wie glücklich und zufrieden ich in meiner neuen (jetzt ja schon fast „alten“) Praxis bin! 😀
Ein super-toller Chef, der die Arbeit, die wir leisten wirklich wertschätzt, und wirklich liebe und nette Kolleginnen.
Trotz der sehr anstrengenden Monate mit den Überstunden, hat es mir erstaunlich wenig ausgemacht, weil unser Arbeitsklima so phantastisch ist.
Etwas, das ich in meiner alten Praxis sehr vermisst habe.
Und das schöne ist: Wir können auch mal miteinander etwas „Dampf“ ablassen. Uns einfach mal sagen „Boah… Heute hab ich eigentlich so absolut gar keinen Bock! Heute nervt mich einfach nur alles an.“ Es herrscht ein Klima, das ich als sehr wohltuend empfinde, weil wir alle etwas ähnlich ticken, und halt einfach SEIN können.
Das schätze ich wirklich sehr! <3

Aber nichts desto trotz: Das Geackere hatte bedauerlicher Weise zur Folge, das ich für anderes kaum mehr Gelegenheit, oder schlicht Kraft und Nerven hatte.
Freundschaften habe ich leider schleifen lassen, und meine Spiritualität ist ZIEMLICH auf der Strecke geblieben, von meinen Blogs und dem PanPagan mal vollkommen abgesehen.

Ich bei der Hochzeit meines Brüderchens

Hinzu kamen dann noch einige sehr schöne Events, die mich natürlich auch in Beschlag genommen haben.
Angefangen von der Hochzeit meines Brüderchens über eine gemeinsamen Geburtstagsfeier von meinem Schatz und mir, und einer tollen Mabon-Feier bei uns im Garten hin zum ebenfalls 35. Geburtstag meines Brüderchens.
Leider war letzterer davon überschattet, das meine Oma (94) wenige Tage zuvor einen Schlaganfall hatte.
Sie kann seit dem nicht mehr (richtig) sprechen. Hat also eine schwere Aphasie.
Da sie schon seit einigen Jahren Demenz krank ist, hat der Schlaganfall leider auch da seine Spuren hinterlassen.
Bisher hatte sich meine Ma (mit Unterstützung des Pflegedienstes) um meine Omi Zuhause gekümmert. Da die Demenz in den Wochen und einigen Monaten vor dem Schlaganfall sich schon verschlechtert hatte, war sie schon immer mit einer gewissen Sorge immer nach Hause gefahren… Und auch am nächsten Tag zu meiner Omi wieder gefahren.
Verständlich. Meine Oma vergaß zunehmends ihre (wenigen) Medikamente, oder, was m.E. noch fataler war: Sie vergaß zu essen und zu trinken.

Sie ist Diabetikerin, und wenn sie morgens vom Pflegedienst gespritzt wurde, sollte sie eigentlich immer gleich was essen.
Doch tat sie dann nicht. Wenn meine Mama dann kam, und sie fragte, kam dann zwar zur Antwort, das sie was gegessen hatte, aber kurze Zeit später war ihr dann plötzlich doch nicht so gut. Wenn meine Mama dann den Zucker maß, stellte sich halt doch heraus, das der Zucker so niedrig war, dass sie einfach nichts zum Frühstück gegessen haben KONNTE.
Hinzukamen dann natürlich noch so einige andere Dinge…
Als Omi dann den Schlaganfall bekam und sich etwas erholt hatte, war natürlich die Sorge, ob Omi wieder nach Hause kann…
Aber letztlich war die einzige richtige Entscheidung, für sie eine Pflegeeinrichtung in der Nähe meiner Eltern zu finden, wo sie gut aufgehoben ist.
Meine Eltern sind beide eh schon stark angeschlagen, und ich empfinde es als sehr bewunderswert und großartig, dass sich die beiden über so lange Zeit um sie gekümmert haben.
Aber, und das sagte ich damals dann auch meiner Mama, weil sie das Gefühl hatte, ihre Mama im Stich zu lassen, irgendwann erreicht man einfach auch seine Grenze. Und grade, wenn man selbst gesundheitlich stark angeschlagen ist, muss man irgendwann auch lernen, Rücksicht auf sich selbst zu nehmen.
So sehr wie man den-oder diejenige auch liebt. Aber es nützt ja nichts, wenn man selbst ein nervliches und körperliches Wrack wird, und, bildlich gersprochen, nur noch auf den Brustwarzen daher gekochen kommt. Das hilft auch dem Menschen nicht, den man eigentlich unterstützen möchte.

Sich einzugestehen, dass man einfach Grenzen hat, ist keine Schande, sondern eine große Stärke!

Und als wenn es so Bestimmung war… Am Wochenende direkt vor dem Schlaganfall meiner Oma, hatte sich meine Muddi, zehn Minuten gemütlichen Fußweg von ihrem und Papas Haus entfernt, erst ein Pflegeheim angesehen, dass sich auf Demenz-Kranke spezialisert hatte!
Und in diesem hat sie jetzt seit 16.12. ihre neue Bleibe gefunden. Wie gesagt, das Schöne ist, dass es meine Mama nicht mehr so weit zu Omi hat. Und worüber ich mich besonders freue ist, dass meine Mama auch wieder etwas Zeit für sich hat. Dafür, ihre eigenen Batterien wieder etwas aufzuladen, und wieder zu sich zu finden.
Zumindest würde es mich sehr freuen, wenn sie es schafft, etwas loszulassen, denn Omi ist dort in guten Händen.
Das Schöne ist ja, wenn es uns selbst gut, oder zumindest besser geht, kehrt die Kraft für andere von selbst (wieder) zurückt. <3 😀

Lilly

Was noch 2016 noch passiert ist?
Unsere Fellnasen-„Herde“ ist größer geworden.
Der Osterhase brachte uns zwei echt goldige, damals 3 Jahre alte, Miezis ^_^
Lilly und Mino.
Unsere neue „Dame des Hauses“ hat sich eigentlich von Anfang an hier sehr wohl gefühlt.
Mino war vorher schon, wie die Vorbesitzerin erzähle, sehr, sehr scheu. Als wir uns die beiden anguckten, hatte sich Mino auch schon „ewig“ hinter einem Schrank verkrochen (die Bekannte, die die beiden leider wieder vermitteln musste, hatte sie selbst erst tags zuvor von einer Freundin geholt… Und hatte auf dem Weg nach Hause im Auto bekonnen, heftig allergisch zu reagieren, was bisher nicht passiert war-Zumal sie selbst noch zwei weitere Katzen hat, auf die sie interessanter Weise nicht reagiert. Vermutlich weil andere Rasse).
Eigentlich… Wollten wir ja „nur mal gucken“ *G* .
Ich hatte mir schon etwas länger Gedanken um Gesellschaft für Rudi gemacht. Unsere Riesen-Kuschel-Fluse Richard ist immerhin jetzt auch „schon“ fast 14Jahre alt, und Rudi wird jetzt, wie Lilly und Mino, 4 Jahre…
Natürlich hoffe ich, dass uns unser Richard noch lange erhalten bleibt <3, aber man muss den Tatsachen leider auch da ins Auge blicken.

Mino

Als ich den Hilferuf von der Bekannten auf FB las… Hab ich das eigenltich für ein „gutes Zeichen“ empfunden. Zwar hatte ich etwas Magengrummeln, weil es ja immerhin doch gleich ZWEI waren… Aber wir haben dann gesagt, dass wir sie uns doch anschauen.
Wichtig war für uns, dass natürlich auch die Miezen zu uns wollen.
Dh. da unsere Bekannte schon darüber informiert hatte, dass sich der Mino schon die ganze Zeit nicht blicken ließ, hab ich um Führung und ein Zeichen gebeten, das die beiden uns deutlich machen sollten, wenn es für sie passt und sie mit uns mit möchten.
Lilly… Kam sofort an. Lies sich streicheln, schnurrte… Legte sich auf den Rücken <3 Naja… Gewann also schon mit einem Schlag mein Herz. *lach*
Und Mino… Kam dann tatsächlich nach etwa 20 Minuten bis halben Stunde aus seinem Versteck heraus, beäugte uns… Und ließ sich dann sogar von uns streicheln!
Die Vorbesitzerin (also die Freundin unserer Bekannten), die dazu gekommen war, weil sie uns kennenlernen wollte, ist aus allen Wolken gefallen, weil der Mino normaler Weise bei Fremden total scheu war…
Na, was brauchten wir dann mehr an Botschaft? 😉
Während Lilly sich, wie bereits geschrieben, gleich wohl und Zuhause fühlte, war es mit Mino… SEHR schwierig.
Er hat sich erst gefühlte „ewige Zeit“ unter meinem Schreibtisch verkrochen, und später auf einen Schrank, weil er sich vor allen Dingen vor Rudi „fürchtet“… Oder ihn nicht leiden kann.
Rudi ist halt ein Rabauke, der es liebt zu raufen, und der ungestüm ist.
Lilly hat da auch etwas gebraucht, um sich an ihn zu gewöhnen *G*.
Aber schon nach kurzer Zeit sind sie hier sich gegenseitig jagend durch die Wohnung getobt. *lach*
Mino… fand das Ganze alles andere als lustig.
Wir haben wirklich alles mögliche in den ersten Wochen und Monaten getan. Mini und Richard aus dem Wohnzimmer ausgesperrt. Aber das wollten wir dann auch nicht die ganze Zeit… Dann haben wir die Tür immer aufgehabt, so lange wir im Wohnzimmer waren. Wenn wir ins Bett oder die Arbeit gingen, wurde die Wohnzimmertür und Mino und Lilly beide im Wohnzimmer allein gelassen.
Unsere größte Sorge war eigentlich, dass Mino nicht ausreichend Fressen und Trinken, geschweige denn auf Klo gehen würde… Obwohl wir zumindest Fress-und Trinkschalen auf den Kratzbaum, direkt neben dem Schrank, stellten.
Naja…Wie gut das es Kameras gibt. *G* Da haben wir dann beobachten können, was er so über den Tag bzw. in der Nacht trieb. Das hat uns dann wieder etwas beruhigt.
Natürlich ließen wir uns auch viiiel Zeit, um einfach ihn rauszulocken und mit ihm zu spielen und zu schmusen. Nach einer Weile kam er dann, sobald er hörte, dass die Wohnzimmertür zuging, gleich aus seinem Versteck oder vom Kratzbaum, und forderte sich tatsächlich seine Kraul-und Streicheleinheiten ein, kletterte sogar unter die Decke, schnurrte vor sich hin und schlief unter uns ^_^ .
Irgendwann gingen wir dann einfach dazu über, Mino, sobald wir von der Arbeit wieder Zuhause waren, von seinem Kratzbaum zu „pflücken“ (weil er sich dann angewöhnt hatte, sobald wir kamen, vom seinem sicheren Schrankplatz auf die obere Etage des Kratzbaumes zu kommen, und uns zum Kraulen aufzufordern) und ihn, weil er ja immer gleich abhaute, sobald er Rudi wahrnahm, unter die Decke zu stecken, wo wir uns dann zudeckten, und die Beine anstellten, so dass er seine Höhle hatte ^_^. Fand er klasse *fg*
Das ganze Eingewöhnen von unserem Bangbüx-Katerchen zog sich tatsächlich hin bis kurz vor Weihnachten.
Seit dem, ist er eigentlich nur noch auf dem Kratzbaum und auf dem Schrank, wenn Rudi ihn anspielt (das mag er immer noch nicht >_< ) .
Mittlerweile hat er auch die gesamte Wohnung für sich entdeckt, und schläft bei uns im Schlafzimmer mit den anderen dreien *G* Zwar immer auf Abstand zu Rudi, den er immer noch anzickt… Aber alles nicht mehr so (gefühlt) „schlimm“, wie am Anfang.
Der heutig Stand ist, dass Mino zwar immer noch ein kleiner Schisser ist, und Rudi lieber auf Abstand hält, aber es hat sich tatsächlich alles etwas beruhigt.
Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wo wir am Ende des Jahres stehen ;).

Worüber ich eigentlich am meisten froh bin ist, dass wir auf diese ganzen „Katzen-Zusammenführungs-Ratgeber“ gepfiffen haben!
Zumindest zum Teil.
Da das Ganze eh so holter die Polter ging… Lief alles eh etwas ungeplanter, als gedacht. Aber gut.
Was ich eigenlich am Schlimmsten finde ist, dass ich in mehreren Ratgebern im Internet las: „Wenn sich die Katzen nicht innerhalb von X Wochen aneinander gewöhnt haben, werden sie sich nie aneinander gewöhnen, und es wird immer zu Problemen kommen.“
Da ist, wenn man ehrlich ist, das „Resignieren“ von Menschen, die vielleicht das erste Mal Katzen zusammenführen, eigentlich schon vorprogrammiert.
Tiere brauchen einfach ihre Zeit, sich an die neue Umgebung, an die neuen Gerüche, Geräusche und eben auch an die neuen Artgenossen zu gewöhnen.
Ist ja bei uns Menschen auch nicht anders!
Als damals Max und Minka noch lebten, und wir Richard dazu bekamen, hatten wir schon erlebt, dass die drei ein gutes Jahr brauchten, um sich aneinander zu gewöhnen. Von daher war uns auch von Anfang an klar, dass wir uns da nicht von irgendwelchen, meiner Meinung nach völlig abstrusen Vorgaben kirre machen lassen.
Was mich wütend macht ist, das durch solche Angaben, so gut gemeint sie wohl auch gemeint sein mögen, vermutlich etliche Katzen auch einfach wieder auseinander gerissen und wieder abgegeben werden, die einfach nur mehr Zeit bräuchten.
Das finde ich unglaublisch schade und traurig für die Tiere, die ein neues Heim suchen.
Also, denkt drüber nach, wenn Ihr Euch einen neuen Kameraden für Eure Lieblinge zulegt, oder jemanden kennt, der seine „Herde“ vergrößern will!
Gebt den Tieren eine Chance, und lasst ihnen einfach die Zeit, die SIE brauchen. Und werdet nicht ungeduldig, nur weil ihr glaubt „Das wird nie was!“
Es wird! In seiner Zeit 🙂

So, aber zu guter Letzt:
Ich hoffe, dass ich in diesem Jahr wieder mehr Zeit und Ruhe finde für die Dinge, die mir wichtig sind. Freunde. Familie. Spiritualität. Forum und Blogs.
Wir werden es sehen. Ich freue mich jedenfalls darauf, was das Jahr so bereit hält 😀

Liebe Grüße und seid gesegnet
Siat

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